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WEIDEN
Deutlich "Nein" sagen
Theaterstück zum Thema "Grenzverletzungen"
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| Theater für Kinder. (Bilder: Schmidt) |
Das dreiköpfige Ensemble vom Spielwerk Theater Eukitea gastierte vergangenen Freitag am Sonderpädagogischen Förderzentrum/Stötzner-Schule und spielte das Präventionsstück vor 131 Kindern (zu Gast war auch eine Klasse der Gerhardingerschule). Rund 50 Minuten verfolgten die Schülerinnen und Schüler der 1. bis 6. Klasse gebannt das Geschehen auf der Bühne.
Dabei sollte das Stück trotz ernstem Inhalt auch Spaß machen. Das gelang zweifellos, die Kinder forderten begeistert eine Zugabe. Was nicht nur die jungen Schauspieler freute, sondern auch die Initiatorin Corina Lutz, Schulsozialarbeiterin an der Stötzner-Schule und Diplomsozialpädagogin: "Wir haben schon viele Theaterstücke gesehen, aber dass die Kinder eine Zugabe wollten, habe ich noch nicht erlebt."
Mit einfachstem Bühnenbild, wenig Requisiten und ganz dicht am Publikum agierten die drei Schauspieler, Sänger und Musiker. Sie zeigten spielerisch, aber deutlich, Grenzverletzungen und sexuellen Missbrauch an vielen Beispielen aus dem Alltag von Kindern: der Trainer im Sportverein will mit unter die Dusche, der Lehrer sucht merkwürdig viel Körperkontakt, ein Bekannter steht plötzlich vor der Tür und möchte reinkommen, obwohl man allein zu Hause ist, oder der eigentlich immer so nette Onkel aus dem Schrebergarten "fasst einen so komisch unten an".
Immer wurde die richtige Reaktion für das junge Publikum gleich mitgeliefert. Die Kinder sollen auf ihr Bauchgefühl hören, laut "Nein" sagen oder "Fass mich nicht an" und das Erlebte nicht verschweigen, sondern Eltern, Lehrern, Freunden erzählen, Menschen, denen sie vertrauen. "Es gibt gute und schlechte Geheimnisse", erfuhren die Schüler. "Die schlechten Geheimnisse, die Bauchschmerzen machen, darf man weitererzählen, dann geht es einem besser."
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| Die Sozialpädagoginnen Corina Lutz (links) und Christine Klein freuen sich über die gelungenen Theateraufführungen. Bilder: Sandra Schmidt |
Zu dem Theater-Präventionsprojekt gehört immer eine Vor- und Nachbereitung. Die Lehrer wurden im Vorfeld fortgebildet. Bereits am Donnerstag waren die Eltern eingeladen, das Stück zu sehen und zu diskutieren. Mit vor Ort: die Diplom-Sozialpädagogin und Erzieherin Christine Klein, die für das Projekt Fenestra an der Fachhochschule Benediktbeuern tätig ist, das sich der Prävention von sexueller Gewalt verschrieben hat. Dabei waren außerdem Mitglieder des Arbeitskreises "Sexuelle Gewalt gegen Kinder Weiden/Neustadt" sowie Vertreter des Stadtjugendamts Weiden, des Vereins Dornrose, des Frauenhauses Weiden, von Donum Vitae, von Die Initiative, des Bayerischen Roten Kreuzes sowie der Fachambulanz für Suchtprobleme der Caritas. Die Eltern lernten dabei ihre möglichen Ansprechpartner in Weiden kennen und erfuhren, wie wichtig es ist, ihren Kindern zuzuhören, aufmerksam zu sein. "Kinder spüren das, wenn Erwachsene sie ernst nehmen", erklärte Christine Klein.
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