WALDSASSEN
Anspruchsvolles aus der Quetsch'n
Das 1. Akkordeonorchester Waldsassen
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| Bianca Bindl lernt bei Christa Polata seit zweieinhalb Jahren Akkordeon. Bild: Harald Mohr |
Die Frankfurterin Christa Polata brachte 1984 ihre jahrzehntelange Erfahrung im Akkordeonspielen nach Waldsassen. Bald fanden sich einige Quetsch'n-Fans zusammen, aus denen dann der Verein wurde. Heute noch ist Christa Polata die Ausbilderin im Verein. Jeden zweiten Samstag treffen sich die Orchester nacheinander im Musikraum der Hauptschule, um ihre Fertigkeiten zu verbessern.
Natürlich kann im Prinzip jeder das Quetsch'n-Spielen lernen. "Die zweite oder dritte Grundschulklasse ist aber das beste Einstiegsalter", weiß Christa Polata. Der Akkordeonspieler muss nämlich "mit beiden Händen etwas anderes machen". Auf der rechten Seite hat ein Akkordeon eine ganz normale Klaviatur, die man beim Spielen aber genau so wenig sieht wie die vielen Knöpfe auf der linken Seite. Bis zu 185 können es sein. Mit diesen Knopftasten fügt der Spieler dem Melodiespiel Bässe und Akkorde hinzu - und das alles gleichzeitig.
Ein Akkordeon ist ein hoch kompliziertes Musikinstrument. Die Töne werden von feinen Stimmzungen aus Metall erzeugt, die frei in einem Luftstrom schwingen. Der wird vom Balg erzeugt, der beim Spiel zusammengedrückt und auseinandergezogen wird. Jede Stimmzunge für einen bestimmten Ton gibt es gleich zweimal. Durch eine Ventilsteuerung wird die eine nur durch die Saugluft, die andere nur durch die Druckluft angeströmt. Mit der Balgführung (Atemgebung) kann der Spieler zusätzlich die Töne gestalten.
Wegen ihrer aufwändigen Konstruktion sind Akkordeons schwere Geräte. Und auch nicht ganz billig: Ab 600 Euro gibt es ein Anfänger-Instrument, der Fortgeschrittene kann bis zu 10 000 Euro für ein Spitzengerät loswerden. Bianca Bindl ist zehn Jahre alt und spielt seit zweieinhalb Jahren Akkordeon. Sie hat noch ein relativ kleines Instrument. Akkordeons gibt es in vier Größen, was allein schon ein Argument ist, das Spielen in einem Verein zu erlernen. Ist man aus dem kleineren Akkordeon "herausgewachsen", kann man es an ein jüngeres Mitglied weiterverkaufen und bekommt vielleicht von einem älteren die nächstgrößere Quetsch'n.
Schon im Schüler-Orchester lernen die kleinen Spieler im Alter von neun bis 13 Jahren auch das gemeinsame Spielen. Die Art der Musikstücke ist dabei "ganz breit gefächert", sagt Christa Polata. "Man kann alles spielen." Auch eigene CDs hat der Verein schon produziert. Darauf sind ganz verschiedene Titel zu hören wie "Sonnenschein auf der Eger", "Highlights der Klassik" aber auch "Disco Fever".
Ein Probeunterricht ist übrigens möglich, es gibt Leih-Instrumente in begrenzter Anzahl. Mehr Informationen bei Christa Polata unter Telefon 09632/4192 oder 0160/91080187. Das Quintett des 1. Akkordeon-Orchesters Waldsassen namens "Ensemble Concertante" können Musikliebhaber am 31. Mai um 20 Uhr bei einem Konzert im Harmoniesaal Waldsassen (dem ehemaligen Abtschloss) erleben.
Harald Mohr
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