Visa adé - Wunderschön war die Zeit
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| Wenn der Winni und der Klossi (rechts) das letzte Mal im Visa-à-vis DJ spielen - dann gibt es Tränen. Bild: wru |
Es fing vor einer handvoll Jahren mit der Schließung meines geliebten Neodrom an: Abend für Abend verbrachte ich in meiner zweiten Heimat. Aber dann traf es mich wie ein Tritt in die Familienjuwelen: Meine Kneipe schließt zum Ende des Monats.
Mit einem Male durchlebte ich die Phasen, die ein kranker Mensch durchlebt, nachdem er erfahren hat, dass es dem Ende zugeht. Zuerst hielt ich es für einen Scherz. Dann wollte ich es nicht wahrhaben. Irgendwann akzeptierte ich es und tiefe Traurigkeit und schwere Melancholie brachen über mich herein.
Auch physisch hatte die Schliessung meiner Stammkneipe schwerwiegende Folgen: Wegen des wochenlangen Gesuchs nach einer neuen "Lieblingsbutze" bekam ich Blasen; auch meine Leber war auf einmal total unterfordert. Ganz zu schweigen von dem stetigen Sodbrennen aufgrund eines zu hohen Kaffeekonsums in diversen "Cafés", da man nun auf diese Randerscheinung der Erlebnis-Gastronomie zurückgreifen musste.
Schließlich entdeckte ich das Visa für mich und machte es zu meiner Stamm-Kneipe. Ich kenne die Leute und sie kennen mich. Ich verbringe lange Nächte und noch längere Tage in meiner Kneipe und natürlich treffe ich hier auch reizvolle Vertreter des holden Geschlechts. Außerdem bin ich hier DJ, kann meine Musik spielen und sehe, dass es den anderen genauso gefällt wie mir. Stop! Plötzlich bleibt das ganze Universum für ein paar Sekunden stehen: Das Visa macht zu! Äääh... Das kann doch nicht wahr sein! Und nun soll das ganze wieder von vorne losgehen? Menno!
Um zurück zu meiner anfänglichen Behauptung zu kommen: Ich denke, dass ja! Die Schließung meiner Lieblingskneipen ist direkt proportional abhängig von der Erkenntnis, dass ich langsam alt werde. Denn ich bin älter geworden und ich werde mich definitiv schwerer tun, eine "neue" Stammkneipe zu finden.
Gestern habe ich noch eine andere Theorie entwickelt, und die lautet wie folgt: "Anscheinend ist es mit der Schließung der Stammkneipe wie mit der Liebe: Manche suchen sie ewig, und wenn man sie gefunden hat, ist sie meistens schon wieder weg."
Visa, adé. Ich fand dich wunderschön. Dann mach' ich mich einmal wieder auf den Weg, eine "Neue" zu finden ...
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Ganz lange Nächte, viel längere Tage... Manchmal ganze Wochenenden...
Wunderbarer Artikel!!!
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