Klare Botschaft der Wähler
Kommentar von Michael Meyer
Pressath hat gewählt - und wie! Mit fast 68 Prozent der Stimmen bescherten die Wähler dem SPD-Kandidaten Konrad Merkl einen sensationellen Sieg. Dass das Ergebnis so eindeutig ausfallen würde, darauf hätten im Vorfeld wohl nicht einmal die treuesten Genossen gewettet.Sie konnten es zunächst selbst kaum fassen,
als am Sonntagabend die Zahlen bekannt wurden, dann aber kannte der Jubel keine Grenzen
.
Regelrecht schockiert dagegen muss das Lager des CSU-Kandidaten Josef Stock sein. Der Stadtkämmerer, der im Wahlkampf sein Bestes gegeben hatte, steht für die schwerste Niederlage des CSU-Ortsverbandes. Allerdings ist er derjenige, dem die Pleite am wenigsten angelastet werden kann. Es steht eindeutig fest: Der CSU-Ortsverband hat sich selbst ein Bein gestellt.
Wer über Jahre in mindestens zwei Lager gespalten ist, wer mit zunächst vier (!) und schließlich drei Bewerbern in die parteiinterne Nominierungsversammlung geht, der kann nicht gewinnen.
Da ist abzusehen, dass am Wahltag per Stimmzettel offene Rechnungen beglichen werden.
Und die Wähler haben schon von jeher sensibel auf Ränkespiele, Intrigen, Taktierer und Strippenzieher reagiert. So klar wie am Sonntag war die Botschaft aus der Stadt und den Dörfern noch nie: Geschlossenheit einer Mannschaft mit einem eifrigen und leutseligen Kandidaten an der Spitze kommt an. Die CSU jedoch hat einige schwierige Hausaufgaben vor sich, denn, ihre Pleite hat viele Väter.

versenden
drucken
Leserbrief
