Winklarn
Trauer und Freude
Seit 150 Jahren: Heimat der Hinterglasmalerei
Votiv-, Andachts- und Kreuzwegbilder stellten einen Großteil des künstlerischen Schaffens dar. Mit einem Votivbild, dass in einer Kapelle oder Wallfahrtskirche dargebracht wurde, erbat der Votant göttliche Hilfe in einem Anliegen oder brachte auch seinen Dank für bereits erfolgte Hilfe zum Ausdruck. Das irdische Ereignis war häufig bildlich oder schriftlich zu einer Heiligenszene auf dem Hinterglasbild angebracht. Ein beliebtes Motiv war die Amberger Maria-Hilf-Madonna.
Neben dieser Volkskunst war die Auftragspalette der Maler weit gestrickt. "Öhl- und Zimermaler, Vergolder, Anstreicher, Lakirer, Tapezierer und Glas-Maler" schlüsselt Karl Joseph Ruff im Jahr 1868 auf einem Riss sein berufliches Tätigkeitsfeld auf. Ein Schicksalsschlag löschte die Winklarner Hinterglasmalerei aus. Karl Joseph Ruff starb 1915 nach einem Schlaganfall und Sohn Rudolf - als letzter Maler - fiel 1914 im Ersten Weltkrieg an der Westfront. Anfang der siebziger Jahre verschwand dann auch das alte Handwerkerhaus in Winklarn und machte Platz für ein Wohnhaus.
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