Ohne Geschick und "Vitamin B"
Und hier wird deutlich, woran es Stadler fehlt: an erstklassigen Beziehungen und Geschick. Vitamin B wiederum hat Alstom: Eines der Werke des Marktführers im Energie- und Transportbereich liegt im Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel von Umwelt- und Energieminister Sigmar Gabriel. Auch ein hoher Bahn-Manager, so glauben die Weidener zu wissen, stammt aus Niedersachsen. Und Alstom Salzgitter hat ebenfalls massive Auftragsprobleme, stellt 400 Mann (von 2200) aus. Noch Fragen?
Bayern konnte, ja durfte seinen Waggonbauern nicht "helfen": Alstom, der Stadler-Konkurrent, fuhr alle Ellbogen aus, drohte angeblich mit Klage, als er von der Visite der Weidener im Ministerium Wind bekam. Damit war die Luft raus, die Münchner gingen in Deckung und schießen nun zurück: Die Bittsteller hätten's selbst vergeigt.
Nachgefragt
Weitere Bahnlinien ausgeschrieben
Schon im Vorgriff auf die erhofften Großaufträge für Nürnberg und Augsburg erhöhte Stadler in Weiden das Personal auf 80 Mann. Die nächsten Ausschreibungen kommen für die Waggonbauer sehr spät. Sollten z. B. die neuen Züge aus dem "Paket Augsburg" ab Mitte 2008 rollen, werden sie für die nächsten Aufträge erst ab Ende 2009 benötigt, also erst ab Mitte 2008 gebaut. Schlusstermin für die Angebotsabgabe für Würzburger Linien (u. a. nach Bamberg und Nürnberg) ist der 15. November. Die Zuschlagsfrist für Freilassing-Berchtesgaden endet am 14. Dezember sowie für die Strecke München-Passau am 17. Mai 2007. Aber erst dann werden die Züge bestellt. (wd)
Hintergrund
Lieber beim Metzger kaufen
Zunehmend ein Problem für die Lebensmittelkontrolleure: Die Herkunft von Fleisch kann in der Regel kaum zurückverfolgt werden. "Auf den deutschen Markt gelangt inzwischen Fleisch aus Japan, Südamerika, Kanada", weiß Veterinäroberrat Dr. Michael Swoboda. Auswüchse der Globalisierung - denen aber jeder Einzelne ein Schnippchen schlagen kann: indem er bei heimischen Bauern und Metzgereien einkauft. Die hätten zwar nur noch einen "Marktanteil" von 15 Prozent. Aber: "Von ihren Erzeugnissen", versichert der Experte, "geht nicht die geringste Gefahr aus." (rg)
Die Lebensmittelüberwachung ist unter Nummer 0961/81-3205 erreichbar.
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