Von Peter Astashenko  |  07.12.2004  | Netzcode: 10649742
Bayreuth

Auf Händen getragen: Campino und Co.

Tourauftakt der "Toten Hosen" in Bayreuth - 6000 begeisterte Fans bei "Friss oder Stirb" - 24 neue Termine

Die T-Shirts patschnass, Frisuren zerstört und jegliches Make-up davon geschwommen. Vor der Oberfrankenhalle in Bayreuth bekommen die meisten der 6000 Besucher dann auch noch einen Kälteschock. Doch die Stimmung ist bestens. Immerhin waren sie dabei beim Auftaktkonzert der "Friss oder Stirb"-Tour der "Toten Hosen".

Zuerst gab es aber "Gluecifer". Norwegischer Rock vom Feinsten, der die Fans anheizte. Kurz nach 21 Uhr war es dann soweit. Auf das Publikum warteten zwei Stunden gute Musik und ein Campino zum Anfassen. Der 42-Jährige ist immer noch ein hervorragender Entertainer, ein außergewöhnlicher Sänger und mittlerweile ja sogar Papa. Und nach 20 Jahren "Tote Hosen" ist er auch noch kein bisschen müde. Im Gegenteil. Er hatte die Masse in der Oberfrankenhalle fest im Griff. Brachte alle Zuschauer bei "Cocaine in the brain" dazu sich hinzuknien und auf Kommando aufzuspringen, scherzte mit dem Publikum und machte etwas, dass seine Fans schon lange nicht mehr sahen, und die Security-Kräfte fast zur Verzweiflung brachte: er sprang in die Menge.

Zwei Songs später war Campino, alias Andreas Frege, wieder von der Bühne verschwunden. Ein oranges Leuchtfeuer auf der Tribüne zeigte den Fans schließlich, wo ihr Idol abgeblieben war. Mit einem Satz aus drei Metern Höhe, landete er wieder auf den Händen der Fans. Die ihn in Richtung Bühne schoben.

Doch auch sonst war die Show wieder perfekt. Fast zu jedem Lied änderte sich der Hintergrund der mit Teppich ausgelegten Bühne. Auch das Licht setzte die fünf Musiker - Breiti, Kuddel, Andi, Vom und Campino - perfekt in Szene.

Wahrscheinlich hätte aber auch ein kleiner Scheinwerfer gereicht, denn die Fans lieben vor allem die Musik. Lieder für jede Lebenslage: vom heiteren "Walkampf" zum aufmunternden "Steh auf", bis zum Lied aller Bayern München-Hasser: "Ich würde nie zum FC Bayern gehen".

Das Konzert baute jedoch vor allem auf die Lieder der neuen Scheibe "Zurück zum Glück", die im Vergleich zu früher, eine eher ruhigere und nachdenklichere Seite der "Hosen" zeigt. Allerdings sind dies teilweise auch Songs, die live nicht unbedingt den Effekt bringen, wie man ihn sich erwarten würde. Abgesehen von "Sehnsucht in Dir" oder "Alles wird vorübergehen".

Eingefleischte Fans würden der Band vielleicht noch ankreiden, dass Lieder wie "Eisgekühlter Bommerlunder" oder das "Wort zum Sonntag" fehlten. Doch drei Zugaben entschädigten dies auf alle Fälle.

Und auch sonst fand das Publikum - zwischen 15 und 50 Jahren - den Auftritt genial. Zumindest diejenigen, die sich bei den doch etwas bewegungsintensiveren Liedern nicht irgendetwas verstauchten oder in der Hitze vor der Bühne das Bewusstsein verloren. Zum Glück blieb das die Ausnahme.

Doch es gibt ja noch genug Gelegenheit die "Toten Hosen" zu erleben. Bis Mitte Juni läuft die Tour, die zudem um 24 Auftritte verlängert wurde. Darunter auch Konzerte in Nürnberg und Passau.

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Bildergalerie: Tourauftakt der Toten Hosen in Bayreuth

Bayreuth. 6000 begeisterte Fans waren am Sonntag beim Start der "Friss oder Stirb"-Tour von Deutschlands Punkrock-Veteranen. Chef-Hose Campino hatte die Masse in der Oberfrankenhalle fest im Griff. Eine perfekte Show mit gut gelaunten, spielfreudigen Musikern. (Alle Bilder: Peter Astashenko) mehr...
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