Neustadt/WN
Zwerchfellattacken am laufenden Band
Fredl Fesl gastiert in Neustädter Stadthalle - Zweieinhalb Stunden beste Unterhaltung
"Das ist ja narrisch"
So kennt man Fesl: Leger gekleidet mit Gitarre und einem Seidel Bier kommt er auf die Bühne und bedankt sich artig für den Applaus "Das ist ja narrisch." Dann ruft er dem Publikum ein "Grüß Gott beinand" entgegen, stellt das Bierglas auf dem einen Stuhl ab, nimmt selbst auf dem zweiten Platz, stöpselt die Gitarre an die Verstärkeranlage und legt los. Schon die ersten Sätze von den "Frühjahrs- und Herbstabschiedstourneen", die er seit vielen Jahren unternimmt, lösen Lachsalven im Saal aus.
Als Fesl berichtet, wie er in jungen Jahren durch den Umzug der Eltern aus Niederbayern nach Franken "verschleppt" worden ist, johlt das Publikum. Fesl singt und erzählt vom Brauch des Fensterlns, das durch den Bau der Hochhäuser leider aussterbe, dem Missgeschick des "Fensterstock Hiasl", der Dummheit der Mannsbilder ("Der Adam war auch so ein Vollidiot. Er hat sich einfach eine Rippe klauen lassen"), fliegenden Untertassen, dem "Riesenneger im Nieselregen", der in da Liesl ihr Kammer will, Alkoholexzessen durch Freibier und anderen urbayerischen skurrilen Ereignissen.
Den zweiten Teil des Abends geht Fesl mit Songs wie "Salzburger Nockerln", "Der Cowboy" und "Buddy, dem Fallensteller" internationaler an. Er erzählt mit einer Portion schwarzem Humor von Selbstmördern, dem amerikanischen Nachtclubbesitzer "Puffalo-Bill" und einem Konzert in einer Irrenanstalt. Fesl: "Seitdem bin auch ich überzeugt, dass es nur Zufall ist, wer in dieser geschlossenen Anstalt drinnen und draußen ist."
Viele Autogramme
Dann gibt es - endlich - doch noch ein bisserl davon, worauf viele Fesl-Fans gewartet haben: zwei Klassiker aus seinen ersten Alben. Zuerst den "Preißenjodler" mit "Transjodellation" für Gäste aus dem "bayerischen Ausland" und dann den schrägen "Königsjodler" - der nicht nur bei Fans inzwischen Kultstatus genießt.
Kleiner Wermutstropfen zum Schluss: Die zahlreichen Fans versuchen nach zweieinhalb Stunden vergeblich, Fesl durch rhythmisches Klatschen zu einer dritten Zugabe mit Songs wie dem "Taxilied", dem "Fußball-Lied" oder dem "Ritter Hadubrand" noch einmal auf die Bühne zu holen. "Göih, die Lieder san doch scho uralt", schüttelt Fesl später beim Abbau über sein Publikum ungläubig den Kopf. Als kleine Entschädigung erfüllt er bis spät in die Nacht hinein beim Abbau jeden Autogrammwunsch.
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