Außergewöhnliches Klarinetten-Harfenkonzert begeistert im Rokokosaal Fockenfeld
Es gibt Dinge, die gibts eigentlich gar nicht: Wie etwa die musikalische Besetzung mit Harfe und Klarinette. Diese absolute Rarität, für die auch fast keine Originalkompositionen vorliegen, füllte am Sonntag den Rokokosaal mit 120 Besuchern Wohl auch deshalb, weil die Interpreten aus der Mozartstadt Salzburg stammten. Mit der Soloharfenistin Katharina Teufel-Lieli und dem Klarinettisten Gabor Lieli (Mozarteum) wurde beim 190. Schlosskonzert Fockenfeld das erwartet hohe Niveau geboten.
Edle Instrumente im Einsatz
Mit edlen Solisteninstrumenten waren sie ausgestattet: die Harfenistin mit einem Instrument des international gefragten neuseeländischen Harfenmachers Kim Webby, der aus Ungarn stammende Klarinettist mit einer standesgemäßen Buffet. Das Duo bewies schon mit dem Concertino Es-Dur des jungen Carl Maria von Weber, der hier schon manches Opernmotiv späterer Jahre vorwegnahm, höchste virtuose Güte: Die Harfe als eines der ältesten Instrumente der Menschheit und die noch recht junge Klarinette wirkten hier wie ein Orchester mit Solostimme perfekt zusammen.
Außergewöhnliches Klarinetten-Harfenkonzert begeistert im Rokokosaal Fockenfeld
Bei Jacques Iberts berühmter "Fantasie für Harfe solo", konnte sich Katharina Teufel-Lieli als Meisterin der Saiten und Pedale darstellen und anschießend die fünf Ungarischen Tänze von Farkas Ferenc (1905 bis 2000) stark nachzeichnen. Im Duett bestachen die so ganz anderen Rumänischen Volkstänze von Béla Bartók, die zum Teil von der Bläserstimme ganz stark Richtung Orient geführt wurden.
Großes Konzert war angesagt bei Mozarts in der Region sehr geschätzten Zeitgenossen Franz Krommer und dem ersten Satz aus dessen Klarinettenkonzert Opus 36, der dem Bläser blitzschnelle Skalen und Intervallsprünge abverlangte. Vor volltönende Saitenharmonien konnte die Solostimme beim zweiten Satz "Sostenuto" des Concerto semplice von Frigyas Hidas (1928 bis 2007) mit ihren gesanglichen Qualitäten glänzen.
Miniaturen mit Charakter
Kontrastreiche Charakterstudien der sechs gemeinsamen Kinder des Musikerpaares gab es in Katharina Teufel-Lielis Eigenkomposition "Sechs Miniaturen für Harfe solo" zu genießen: Der Bogen spannte sich hier von der fröhlichen Unbekümmertheit der kleinen bis zu ersten Disharmonien bei den größeren. Zum Finale gab es eine Opernfantasie von Carlo della Giacoma über Mascagnis "Cavalleria Rusticana" mit den bekanntesten Melodien zu hören sowie Präludium und Gavotte von Jenö Takasc als Zugabe und Verstärkung der Eindrücke zeitgenössischer ungarischer Musik.
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