Rauchende Schimpansen, Apokalypsen und Frauen im Radieschenbeet
Immendorf, Uecker, Tapiès: "Works on Paper" großer Gegenwartskünstler sind bis 15. Januar im Regensburger Kunstkabinett zu sehen
Surrealistisch-apokalyptische Regensburg-Ansichten des Abensberger Künstlers Manfred Sillner hängen derzeit im Rahmen der Ausstellung "Works on Paper" im Kunstkabinett. Repro: Wolke
Jörg Immendorf, Günther Uecker, Anton Tapiès: Große Namen sind derzeit im Kunstkabinett in Regensburg vertreten. Die Galerie zeigt eine Auswahl von Papierarbeiten renommierter Gegenwartskünstler. "Works on Paper" lautet der Titel der Schau, die bis zum 15. Januar in den Räumen in der Unteren Bachgasse zu sehen ist.
Präsentiert werden Grafiken, Prägearbeiten und vor allem Lithographien. Da sind die expressionistisch-farbintensiven Lithos von Elvira Bach: Frauen, die in roten Lackstiefeln und mit Messern bewaffnet ebenso ungezügelt erscheinen wie die "Junge Wilde" selbst. Als einzige Frau der gleichnamigen Bewegung schaffte Elvira Bach in den 1980-er Jahren den Durchbruch.
Kraftvolle Farben
Durchsetzungsvermögen traut man auch den von ihr immer wieder dargestellten Damen zu, die selbst im Radieschenbeet hemmungslosen Tätigkeiten frönen. Bunt ist es auch bei etlichen anderen Künstlern: "Großes Farbspektrum" lautet der bezeichnende Titel einer Serigraphie von Heinz Mack in den Farben des Regenbogens. Günther Förgs "Kontraststreifen" vereinen leuchtendes Rot und ruhiges Blau, grell sind die Farben von Jörg Immendorfs comicartiger Bilderfolge "Peer Gynt of today". Ganz anders die Prägearbeiten Günther Ueckers: In minimalistischem Weiß hat der Künstler Papierbögen in ästhetisch ansprechende Reliefs verwandelt.
Rauchende Schimpansen, Apokalypsen und Frauen im Radieschenbeet
Immendorf, Uecker, Tapiès: "Works on Paper" großer Gegenwartskünstler sind bis 15. Januar im Regensburger Kunstkabinett zu sehen
Ein Höhepunkt der Ausstellung ist die Würdigung von Künstlern, die in erster Linie als Illustratoren und Karikaturisten bekannt sind: Friedrich Karl Waechter und Tomi Ungerer. Von Letzterem stammt auch das Bild im Schaufenster der Galerie - ein Zigarette paffender Schimpanse im typisch grob-plastischen Zeichenstil des Elsässers. Auch ein niederbayerischer Star ist in der Ausstellung vertreten: In faszinierender Detailliertheit zeigen die Aquatinta-Arbeiten des Abensbergers Manfred Sillner surrealistische Szenen.
Regensburger Gruselbilder
Nicht nur verzauberte Gärten und märchenhafte Welten sind auf den Bildern zu sehen. Auch Regensburger Stadtansichten tauchen auf - in apokalyptischer Stimmung mit durcheinandergewürfelten Häusern vor den unverwechselbaren Wahrzeichen Dom und Steinerne Brücke.
Mit der Ausstellung "Works on Paper" beweist das Kunstkabinett erneut seine hohe Qualität. Die Schau ist bis zum 15. Januar in der Unteren Bachgasse 7 zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 14 Uhr. Weitere Infos unter Telefon 0941 /57856.
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