Nintendo will den überflüssigen Pfunden spielerisch zu Leibe rücken und die körperliche Fitness steigern
Weiden. Der Schock kommt gleich zu Beginn - und sitzt tief. Das Fitness-Alter soll 17 Jahre über dem wirklichen liegen. So zumindest hat die Technik errechnet. Und die irrt nicht. Oder doch?
Sabrina hat den Dreh raus. Auf dem Balance-Board macht sie bei allen Übungen eine gute Figur. Bilder: Eger
Dabei hatte alles so gut angefangen. Relativ schnell und einfach ist das Fitnessstudio zu Hause aufgebaut. Auch technisch weniger Versierte packen das problemlos. Voraussetzung ist zunächst die Nintendo-Wii-Spielekonsole. Die Fitness-Einheit, der Wii Fit, besteht aus dem Balance-Board, einer Art zweigeteilten Waage, und einer Software. Das Board mit Batterien füttern, einige Meter vor dem Fernseher platzieren, die Wii- Fit-CD einschieben und das Training kann beginnen. Das Board nimmt ohne störende Kabel per Funk Kontakt zur Konsole auf. Nachdem Geburtstag und Größe eingegeben sind, stellt das Board das Gewicht fest und errechnet den Body-Mass-Index. Zwei anschließende Balance-Tests ermitteln das Wii-Fit-Alter. Und das ist meist am Anfang sehr ernüchternd. Schließlich fordert das Programm auf, ein Ziel zu definieren, zum Beispiel das Gewicht innerhalb einer bestimmten Zeit zu reduzieren.
Ab sofort begleitet bei allen Übungen künftig ein Mii den Sportler. Eine eigene Figur, die man sich aussuchen kann. 16 Übungen in den vier Kategorien Yoga, Balance, Muskeltraining und Aerobic stehen anfangs zur Verfügung. Wer fleißig übt, hat die Möglichkeit, weitere Übungen freizuschalten. Nach zehn Minuten Übung kommt je eine neue dazu, bis man an die 50 zusammenhat.
Nintendo will den überflüssigen Pfunden spielerisch zu Leibe rücken und die körperliche Fitness steigern
Mit dem normalen Wii-Controller navigiert man durch das Menü.
Im bunten, unspektakulären Comic-Stil geht es, bis auf Yoga- und Muskelübungen, durch alle Trainingseinheiten. So tolle Grafiken wie bei Playstation-Spielen gibt es allerdings nicht. Nintendo legt Wert auf den Niedlichkeitsfaktor. Die Steuerung ist einfach. Mit dem normalen Wii-Controller navigiert man durch das Menü. Das Balance-Board, das auf die kleinsten Gewichtsverlagerungen reagiert, steuert den Mii durch die verschiedenen Aufgaben. Ob bei den Balance-Spielen wie Kopfball, Skispringen, Kugelballett, Seillaufen oder beim Skifahren, mit dem Körper ist Millimeterarbeit auf dem Board gefordert. Da kommt man nach einigen Durchgängen richtig ins Schwitzen. Noch schweißtreibender wird es bei den Aerobic-Übungen wie beim Hula-Hoop, beim Step-Schritt oder beim Joggen. Oft im Kampf gegen die Zeit. Ein Ranking zeigt die Platzierungen und soll anspornen, noch besser zu werden.
Virtueller Trainer turnt vor
Yoga und die Muskelübungen fordern hingegen viel Gleichgewicht und Körperbeherrschung. Hier gibt ein virtueller Trainer - Mann oder Frau - Anweisungen, erklärt und turnt vor. Während der Übungen misst das Balance-Board kontinuierlich den Schwerpunkt des Sportlers und zeichnet diesen auf. Danach wird die Bewegung des Schwerpunkts im Zeitraffer abgespielt. Ziel ist es, den Schwerpunkt möglichst ruhig zu halten, also die Balance zu finden.
Nintendo will den überflüssigen Pfunden spielerisch zu Leibe rücken und die körperliche Fitness steigern
Nintendo Wii Fit ist mehr als reine Spielerei.
Konsequent genutzt, war bereits nach mehreren Tagen eine Besserung festzustellen. Das Wii-Fit-Alter hatte sich drastisch reduziert und lag sogar unter dem wirklichen. Nintendo Wii Fit ist also mehr als reine Spielerei. Bei richtiger, regelmäßiger Anwendung ist eine Gewichtsreduzierung realistisch und eine Steigerung von Beweglichkeit und körperlichem Wohlbefinden spürbar. Aber trotzdem: Richtigen Sport ersetzt Wii Fit nicht. Für zwischendurch, vor allem in den ungemütlichen Herbst- und Wintermonaten, ist Wii Fit das perfekte Trainingsgerät. Die Preise für das Balance-Board inklusive Software liegen bei etwa 90 Euro.
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