Die 82. Jahresschau des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg gibt sich modern
Regensburg. Irgendetwas ist hier anders, und wer mit den Räumen des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg vertraut ist, der erkennt auch sofort, was: Der Durchgang vom großen Saal in die angrenzenden Räume wurde verschmälert. Peter Engel hat hier eine kastenartige Nische eingefügt, um darin zwei Zeichnungen zu präsentieren. Für die Umbaumaßnahme erhielt der Regensburger Künstler den diesjährigen Kunstpreis des Kunst- und Gewerbevereins für die interessanteste Arbeit in der Altersgruppe unter 40 Jahren.
Engel nahm die Auszeichnung bei der Eröffnung der mittlerweile 82. Jahresschau Oberpfälzer und niederbayerischer Künstler in den Räumen des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg entgegen. "Meine Hauptarbeit ist eigentlich das Zeichnen", äußerte sich der 39-Jährige zu seinem Werk. Dass er die klassische Kunstgattung diesmal in eine Rauminstallation ohne Titel eingebunden hat, die mit der Wahrnehmung des Betrachters spielt, hat Engel die Anerkennung der Jury beschert.
Die 82. Jahresschau des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg gibt sich modern
Die 82. Jahresschau des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg gibt sich innovativ. Nicht nur durch den beträchtlichen Rang, der heuer der Fotografie eingeräumt wird - ihr ist der komplette große Saal gewidmet, und die Auswahl zeigt die enorme Bandbreite dieses Mediums: von der reduzierten Formsprache, mit der Maria Maier Asphalttreppen wiedergibt, bis zur prallen Anhäufung von Fleisch auf einem Bild von Herbert Stolz.
Auch die Installation als dominierende Kunstform des letzten Jahrzehnts hat sich mit der Preisverleihung an Peter Engel endgültig ihren Platz in den Räumen des Kunst- und Gewerbevereins gesichert, und gleichzeitig das Kunstgewerbe verdrängt.
Denn großformatige Exponate wie Peter Dorns Sockelleisten, die der Künstler zu einer eleganten "Linea III" zusammengefügt hat, oder Ludwig Bäumls morbides Gegenstück "Erntewagen" aus morschen Holzstücken lassen keinen Raum mehr für das Kunsthandwerk.
Vor allem nicht, wenn sich die Juroren bei der Auswahl der Werke dem Leitsatz verpflichtet haben: "Reduzieren, reduzieren und nochmals reduzieren." Ein Trostpflaster ist für Herbst 2009 geplant: "Dann gibt es eine eigene kunsthandwerkliche Gewerbeschau", kündigte Klaus Caspers an.
Die 82. Jahresschau des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg gibt sich modern
Der dritte Vorsitzende des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg hob bei seiner Einführungsrede das rege Interesse junger Künstler an der Jahresschau hervor. "Dies ist nicht selbstverständlich", betonte er. Doch auch die Klassiker kommen beim Kunst- und Gewerbeverein nicht zu kurz. Die Jahresausstellung zeigt ebenso Werke wie das Ölgemälde "An der Donau" des 83-jährigen "Bayerwaldmalers" Hermann Eller. "Die Schau eröffnet einen Einblick in das zeitgenössische Schaffen bildender Künstler der Region", resümierte der erste Vorsitzende Alfred Böschl. Schließlich sei es das Ziel des Kunst- und Gewerbevereins, regionale Künstler zu fördern und den Kunststandort Regensburg zu stärken.
Die 82. Jahresschau Oberpfälzer und niederbayerischer Künstler ist bis zum 21. Dezember im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.
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