Landwirte sind dafür nicht zuständig - Wildschweine bereiten Probleme
Weiden. (kzr) "Die am besten verpachtete Jagd ist nicht die mit dem höchsten Pachtzins, sondern die mit dem geringsten Wildschaden." Diese Position bezog Alois Lukas, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften, auf die Frage, ob Landwirte bei der künftigen Vergabe eines Jagdreviers auf den Punkt Wildschadenersatzpflicht zugunsten der Jägerschaft verzichten sollen.
Über 90 Mitglieder der Jagdgenossenschaften im Landkreis informierten sich im "Postkeller" über aktuelle jagdpolitische Themen. Das Jagdrecht sei seit 1848 an Grund und Boden gebunden. Die Bejagung des Wildes dürfe nur der Jagdpächter und nicht der Landwirt ausüben. Ein entstehender Wildschaden dürfe somit nicht auf die Landwirte abgewälzt werden. Die Verantwortung für einen entstehenden Wildschaden liege bei den Jagdpächtern, da nur diese Rechte und Möglichkeiten besitzen, regulierend auf den Wildbestand einzugreifen. Eine Eigenbewirtschaftung durch privilegierte Landwirte wäre jedoch denkbar.
Geringster Verbiss
Als erster Gastredner referierte der stellvertretende BJV-Vorsitzende für die Oberpfalz, Dr. Ludolf von Beckedorf, ausführlich über die Wildverbissaufname. Sie ist eine Gemeinschaftsaufgabe und notwendig, um standortgemäße Waldbestände ohne Schutzmaßnahmen natürlich verjüngen zu können, betonte er. Der Bezirk Oberpfalz steht beim dringend notwendigen Umbau seiner, von der Fichte dominierten Nadelwälder hin zum strukturreichen Laubmischwald, in Bayern an der Spitze - mit der geringsten Verbissproblematik.
Von (kzr) |
21.11.2008
| Netzcode: 1614347
Weiden
Wildschaden betrifft Pächter
Landwirte sind dafür nicht zuständig - Wildschweine bereiten Probleme
Über die aktuelle Wildschadensituation in der Oberpfalz berichtete BBV-Jagdreferent Benedikt Söllner. Sorgen bereitet nach seinen Worten vor allem die Schwarzwildproblematik. Die Lebensraum- und Verbreitungspotenziale der Wildschweine sind noch lange nicht ausgeschöpft und werden durch das milde Klima und die längeren Vegetationsperioden auch noch begünstigt. Um dadurch entstehenden Schäden entgegenwirken zu können, kommt es auf die Anwendung der richtigen Jagdstrategie sowie einer umfassenden Kenntnis der Wildbiologie an. Nur so lassen sich nach den Worten des Referenten Schäden an den Kulturen, sowie die Gefahr der Schweinepest abwenden.
In der anschließenden Diskussion wurde noch über die Möglichkeiten der Schwarzwildbejagung diskutiert. Dabei ließ auch der anwesende Scharzwildbeauftragte Josef Haberkorn seine Erfahrungen und Kenntnisse mit einfließen.
Angemessener Bestand
Letztlich könne die Regulierung von Wildschäden als zweckmäßiges Regulativ bei erhöhtem Wildbestand angesehen werden, hieß es. Alle Beteiligten - Jäger, Land- und Forstwirte - sind an einem gesunden und artenreichen Wildbestand interessiert, solange dieser angemessen ist, waren sich die Anwesenden einig.
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