Sulzbach-Rosenberg
Beeindruckende Eleven des Star-Tenors
Professor Siegfried Jerusalem stellt seine besten Studenten im Kammermusikkreis der VHS vot
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| Siegfried Jerusalem (Mitte) und seine Studenten. Bild: Stephan Huber |
Fleiß und Arbeit vonnöten
Strenge Auswahlkriterien gelten an seiner Hochschule: Wenn von 195 Bewerbern für einen Studienplatz bei ihm gerade mal zwei genommen werden, so spreche das für die hohen Anforderungen bereits zu Beginn des Studiums. "Gesang ist eine herrliche Sache, aber sie ist mit immensem Fleiß, viel Arbeit und einem starken Durchhaltevermögen verbunden", so der Professor. "In vier Jahren ist eine solche Ausbildung nicht zu schaffen, bis zu sechs Jahre sind die Regel." Trotzdem zeigten bereits seine "Küken", über welche stimmliche Substanz sie verfügen.
Da sang Wolfgang Su Ha (Bariton aus China) ein schon hörbares Schubert-Lied, und Anne Steffen (Mezzo-Sopran im ersten Semester) bezauberte in Duetten von Brahms durch erstaunliche gesangliche Reife und reizendes Spiel. Die Liebeslieder-Walzer von Brahms wurden von Christa Dalby (Sopranistin aus Dänemark), Anne Steffens, Tenor Christian Schleicher und Jerusalems Sohn David (Bass) eindrucksvoll vorgetragen. Natürlich hörte man, dass die Sängerinnen und Sänger einige Anlaufzeit brauchten, um zu einem homogenen Ensemble zu finden. Auch war das Timbre der Sopranistin zunächst dem Gesamtklang nicht förderlich.
Aber der Tenor mit weicher, angenehmer Bel-Canto-Stimme, der Bass mit sonorer, warmer und tragfähiger Stimmkultur und, erstaunlich gut, Anne Steffens erwiesen sich als sehr homogenes Terzett, in das auch die Sopranistin zunehmend hineinfand. Nach der Pause stand die Große Opernliteratur auf dem Programm. Aus Glucks "Orpheus" sang Miso Kim die schöne Arie "Ach ich habe sie verloren", natürlich in der italienischen Originalsprache. Das war schon sehr gut, ausgewogen die Stimmführung in allen Lagen, mit viel Ausdruck und sängerischer Präsenz vorgetragen.
Gewaltiges Hohes C
Anne Steffens stellte ihr Talent mit einer Arie aus Mendelssohns "Elias" erneut unter Beweis. Siegfried Jerusalem selbst sang die Arie des Orest aus der Oper "Iphigenie in Tauris" von Gluck, doch hörte man deutlich, dass er diese Partie schon länger nicht mehr gesungen hatte.
Dass sie in der Oper zu Hause ist, bewies Christa Dalby mit der Arie der Anna aus "Die lustigen Weiber von Windsor". Das liegt ihr, hier brillierte sie mit lyrischem Ausdruck, souveränen Koloraturen und brillanten Höhen. Ihr "hohes C" war gewaltig! Nicht vergessen darf man die Pianisten Tina Zeller und Matthias Lademann, die als sensible Partner am Klavier immer im Hintergrund standen, aber durch ihr feinfühliges Spiel wesentlichen Anteil am gelingen dieser Präsentation hatten.
Fazit: Ein interessanter Abend, der einen Einblick in die ganze Bandbreite der Entwicklungsstufen des Sänger-Nachwuchses gab.
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