Darunter leiden Gesundheit und Bildung - Kinderschutzbund startet Fähnchenaktion am Samstag
Weiden. (ps) 2300 Kinder und Jugendliche im Alter bis zu 15 Jahren leben in Weiden und im Landkreis Neustadt in Hartz IV-Familien. "Viel zu viele", urteilt Simone Skrzydlo, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Weiden-Neustadt/WN. Denn diese Kinder sind klar benachteiligt. "Kinderarmut auch bei uns" lautet deshalb das Thema, das sich die Organisation anlässlich des Internationalen "Tages des Kindes" am Donnerstag auf die Fahnen bzw. Fähnchen geheftet hat. Hintergründe und Details erläutert die Vorsitzende im NT-Interview.
Simone Skrzydlo. Bild: Porsche
Wie lässt sich Ihrer Ansicht nach gegen Kinderarmut vorgehen?
Simone Skrzydlo: Unser Motto lautet: Frühe Hilfen, frühe Prävention. Diese Hilfen müssen natürlich möglichst passgenau - das heißt auf die Erfordernisse der Familie zugeschnitten - sein. Natürlich ist es auch wichtig, dass dem Jugendamt die entsprechenden Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung stehen.
Wie könnten solche passgenauen Hilfen ausschauen?
Skrzydlo: Jede Mutter, die gerade entbunden hat, sollte schon im Krankenhaus darüber informiert werden, welche Hilfen und Organisationen es in Weiden gibt. Unabhängig davon, ob sie jetzt tatsächlich Hilfe braucht oder nicht. Falls es aber finanzielle oder Beziehungsprobleme gibt, ist es wichtig, dass das Helfersystem frühzeitig eingreift.
Von (ps) |
19.11.2008
| Netzcode: 1612527
Weiden
Kinderarmut - auch in Weiden ein Thema
Darunter leiden Gesundheit und Bildung - Kinderschutzbund startet Fähnchenaktion am Samstag
Kinderarmut hat ja nicht nur materielle Auswirkungen.
Skrzydlo: Das stimmt. Bei den Kindern leidet häufig auch die Gesundheit darunter, zum Beispiel durch schlechte Ernährung, aber natürlich auch die Bildung.
Wie das?
Skrzydlo: Für eine gute Ausbildung brauche ich die Unterstützung der Eltern. Aber die sind in armen Familien häufig selbst benachteiligt, was ihre Bildung betrifft. Dazu kommt: Durch Geldmangel entsteht oft Streit in den Familien. Das entwickelt sich zum Teufelskreis. Auch Drogenprobleme - wie Alkohol und Nikotin - setzen sich von den Eltern häufig auf die Kinder fort.
So ein Teufelskreis lässt sich nur schwer durchbrechen.
Skrzydlo: Auch hier gilt - wie immer - die Hilfen müssen möglichst frühzeitig ansetzen. Wichtig ist es, an den Kompetenzen der Eltern zu arbeiten, damit sie sich aus dem Teufelskreis lösen können. Dafür ist auch konkrete finanzielle Unterstützung nötig, beispielsweise für die Schulspeisung. Preise von 2,30 Euro für ein Mittagessen sind für Alg-II-Empfänger einfach nicht zahlbar.
Von (ps) |
19.11.2008
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Kinderarmut - auch in Weiden ein Thema
Darunter leiden Gesundheit und Bildung - Kinderschutzbund startet Fähnchenaktion am Samstag
Der Kinderschutzbund Weiden-Neustadt wurde ja erst zu Jahresbeginn aus der Taufe gehoben. Wie hat er sich seitdem entwickelt?
Skrzydlo: Das Projekt "Lernort Oberpfalz" für ein alternatives Schulprojekt wird weiterverfolgt. Unser Konzept steht. Wenn mit der Genehmigung alles klappt, können wir tatsächlich im September 2009 mit zwei Klassen starten. Inzwischen haben wir 30 Mitglieder. Wir wünschen uns aber noch viel mehr Mitglieder für unsere Arbeit.
Sie planen außerdem eine sogenannte Fähnchenaktion zum Thema "Kinderarmut auch bei uns".
Skrzydlo: Ja. Beginn ist am Freitag an der Max-Reger-Schule. Die Ganztagsklasse von Dagmar Meier fertigt in einem Workshop Fähnchen, die auf das Thema Kinderarmut hinweisen. Die Ergebnisse werden am Samstag auf dem Oberen Markt präsentiert.
In welcher Form?
Skrzydlo: Von 9 bis 12 Uhr werden die Fähnchen samt Buchsbäumchen - gestiftet von der Firma Punzmann - beim Brunnen auf dem Oberen Markt gegen Spenden verkauft. Die Schüler der Ganztagsklasse werden außerdem mit Sammelboxen losziehen. Bürgermeister Lothar Höher hält um 10 Uhr eine Ansprache. Ich selbst erkläre die Ziele unseres Vereins.
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