"Daedalus Quartet" aus New York fasziniert Besucher bei Förderkreis-Konzert in Weiden - Unverkrampft und konzentriert
Mit Dvoráks Symphonie "Aus der Neuen Welt" begann die 48. Förderkreis-Konzertsaison im Oktober. Mit einem Streichquartett-Ensemble aus der Neuen Welt setzte sich die Saison am Freitag in der Max-Reger-Halle fort. Vor vollem Saal brillierte das vor drei Jahren mit der Auszeichnung "Rising Stars" geehrte und seitdem wie ein Stern aufsteigende, junge amerikanische "Daedalus Quartet" aus New York bei klassischer und zeitgenössischer Literatur.
Täglich ein Konzert
Größtes Können in Technik und Ausdruck bewies, dass sich die vier jungen Amerikaner gerade einen Platz als Fixsterne am weltweiten Streicherhimmel suchen. Ohne eine Spur von Müdigkeit oder langweilende Spielroutine präsentierte sich das "Daedalus Quartet" auf seiner bisher längsten Tournee, zu der täglich ein Konzert an neuem Ort im deutschsprachigen Raum gehört. In großer Frische, nicht verkrampft von Ehrgeiz getrieben und zu Übertreibungen neigend, sondern entspannt und konzentriert wirkten die Violinistin Min-Young Kim und ihr Bruder Kyu-Young Kim, die sich an der Führungsposition abwechselten, mit der Bratschistin Jessica Thompson und dem Cellisten Raman Ramakrishnan in perfekter Harmonie und Feinabstimmung zusammen. Schon der Vorgeschmack auf das bevorstehende Haydn-Gedenkjahr durch Opus 77 wurde zum unvergesslichen Erlebnis: Jeder Ton, jeder Takt wurde ungetrübt von der kleinsten Unsicherheit oder Missstimmung zur Feier auf den Vater der Gattung, der diese nicht nur begründete, sondern auch zu höchster Kunst entwickelte und daher ewig hörbar bleibt.
"Daedalus Quartet" aus New York fasziniert Besucher bei Förderkreis-Konzert in Weiden - Unverkrampft und konzentriert
Akustische Leckerbissen
Akustische Leckerbissen folgten durch die neoklassischen "Drei Stücke für Streichquartett" von Igor Strawinsky, die den Streichern ähnliche Rollen wie bei Haydn zuwiesen, aber mit dem neuem Inhalt des 20. Jahrhunderts gefüllt waren: der seriell monotone "Dance", das klein strukturierte "Excentrique" mit seinen Kontrasten aus Stumpfheit und Glanz sowie das von Klangflächenreibungen bestimmte "Cantique". Von David Horne stammte das dem "Daedalus Quartet" auf den Namen hin maßgeschneiderte Stück "Flight from the Labyrinth": In zeitgenössischer Manier werden hier von den Streichern und ihren Instrumenten alle Mätzchen und Effekte gefordert, die einem heutigen Komponisten nur einfallen können. In hervorragender Weise wurde das Phänomen "Flug" klangmalerisch überzeugend dargestellt.
Für seine nordisch kühle Melancholie bekannt und beliebt, entwickelt der Finne Jean Sibelius in seinen "Voces intimae" aus düsteren und um den gleichen Gedanken kreisende Figuren hin zu großer Rekreation und optimistischer Kraft. Unermüdlich demonstrierte das Ensemble seine Belastbarkeit bei noch zwei Zugaben: einem Ragtime und dem Adagio aus Joseph Haydns letztem Quartett aus Opus 20.
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