Jan-Adamus-Trio eröffnet die VHS-Kammermusiksaison in Sulzbach-Rosenberg mit Alter Musik und Spätromantik
Mit dem Prager Oboisten Jan Adamus begann die neue VHS-Kammermusiksaison am Mittwoch im Saal der Staatlichen Berufsschule. Adamus ist durch die Schlosskonzerte Fockenfeld (Konnersreuth) bei uns bekannt und feierte diesen Monat als Solist bei Orchesterkonzerten mit den Brünner Philharmonikern in Weiden, Nürnberg und Bayreuth den bisherigen Höhepunkt seiner Karriere,
Er konzertierte gemeinsam mit seiner Frau, der Violinistin Jitka Adamusova, und dem Pianistin Kveta Novotna. Der erste Programmteil war mit Cembalo und Oboe der Alten Musik gewidmet, im zweiten, spätromantischen Teil kamen Englischhorn und Steinway-Flügel zum Einsatz. Das Cembalo ist wirklich kein Instrument zum Protzen: Mit seinem zerbrechlichen Kristallklang kann es nicht mehr als einen filigranen Klangteppich bilden, auf dem Solostimmen prächtig und kunstvoll auf und ab flanieren können. Doch wenn die Cembalospezialistin Kveta Novotna in die Tasten greift, wird sie durch ihre unbestechliche metrische Genauigkeit zur allgewaltigen Regisseurin des Stücks und lässt die Geige und die Oboe auf dem Teppich marschieren, den sie ausrollt.
Jan-Adamus-Trio eröffnet die VHS-Kammermusiksaison in Sulzbach-Rosenberg mit Alter Musik und Spätromantik
Kunstvolle Dialoge
Doch nicht nur durch die lebendige Musizierfreude des Trios wurden die (teils) vielsätzigen Barocksonaten der deutschen, französischen und italienischen Meister Bach, Telemann, Vivaldi, Vinci und Leclair zum Hochgenuss, sondern auch durch die kunstvollen Verschränkungen, Dialoge und Echos der Melodiestimmen Geige und Oboe.
Adamusova erwies sich als brillante Solistin, die mit Saiten und Bogen mit Raffinesse jeden Gefühlausdruck erschaffen kann. Und dem einzigartigen Jan Adamus kann als Zirkulär-Atmer keine Kantilene lang genug sein, um sie nicht in formvollendeter Schönheit bruchlos zu zelebrieren, wie etwa bei Vincis "Pastorella". Die barocke Kabinettstimmung wich bei Suk und Brahms der Konzertsaalatmosphäre: Bei zwei Klaviertrios zeigte insbesondere die Cembalistin ihre Wandlungsfähigkeit: Am Konzertflügel war Kveta Novotna eine ganz Andere. Befreit von der Enge des Cembalos, mit den allmächtigen Möglichkeiten eines Steinways, nahm sie sich zurück, brillierte bei den ihr immer wieder zugestandenen glanzvollen Passagen, aber ließ den Soloinstrumenten größtmöglichen Raum.
Jan-Adamus-Trio eröffnet die VHS-Kammermusiksaison in Sulzbach-Rosenberg mit Alter Musik und Spätromantik
Deutscher Ernst
Während bei Antonin Dvoraks Schwiegersohn Josef Suk (Opus 2) Dramatik und Pathos den Ohren schmeichelten, war bei Brahms Opus 40 deutscher Ernst vertreten, der erst im letzten Satz "von brio" zu einem fliegenden Galopp aufbrach, der vom Adamus Trio mit bravouröser Leichtigkeit gemeistert wurde. Zwei Zugaben bauten an der tschechisch-deutschen Freundschaftsbrücke durch Dvorak und Beethoven weiter.
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