Museum Lothar Fischer: Kunst von Giorgio Morandi und Christina von Bitter
Giorgio Morandi (1890 bis 1964) ist in diesem Winter ein Thema: im Metropolitan Museum of Art in New York, wo eine Retrospektive auf das Werk des italienischen Vertreters der Klassischen Moderne zu sehen ist. Aber auch in Neumarkt, wo Morandis Stilleben in Öl, Zeichnung und Radierung jetzt in den Trialog treten mit den Skulpturen Lothar Fischers (1933 bis 2004) und den Arbeiten der zeitgenössischen Münchener Bildhauerin Christiane von Bitter (geboren 1965 in Erlangen). "Die sichtbare Stille - Giorgio Morandi im Dialog mit Plastiken von Christina von Bitter" ist vom 19. Oktober bis 22. Februar zu sehen.
Eigener Papierraum
Über zwei Etagen sind die zwei- und dreidimensionalen Kunstwerke in großzügiger Darbietung und grandiosen Sichtachsen zu erleben. Ein eigener Papierraum (mit gedämpftem Licht von 50 Lux) beherbergt 34 Bleistiftzeichnungen, Radierungen und zwei seltene Aquarelle in chronologischer Reihenfolge, welche die zunehmende Reduktion des alternden Morandi erkennen lassen.
Museum Lothar Fischer: Kunst von Giorgio Morandi und Christina von Bitter
Morandi gilt als Meister des Stilllebens, der Natura Morta aus fahlfarbigen Objekten und Gefäßen. Er lebte, studierte und starb in Bologna, wo er "glücklicherweise ein völlig ereignisloses Leben" führte, wie er selbst von sich sagte. Seine kleinformatigen, aber stark wirkenden Bilder, bei denen der Mensch nie eine Rolle spielt, treten nun in Neumarkt in spannungsvolle Gespräche mit Lothar Fischers acht Enigma-Variationen in Weiß, 2,50 Meter hoch, und den monumentalen Skulpturen "Radio", "Morgen" und "Schuh mit Rädern".
Dessous unter der Decke
Ende der Neunziger Jahre entstanden die ausgestellten Arbeiten Christina von Bitters, Fischers Meisterschülerin an der Hochschule der Künste in Berlin. Die aktuellen Arbeiten von Bitters aus dem Sommer 2008, die im ersten Stock gezeigt werden, erstaunen jedoch noch mehr.
Spektakulär ist die Installation "Wohin wir gehen", bestehend aus 22 von der Decke schwebenden weißen Häusern unterschiedlicher Größe, dem "Huckepack"-Haus sowie leeren Kleider und Dessous, denen der Körper, der Inhalt fehlt, die nur als sterile Hüllen faszinieren.
Museum Lothar Fischer: Kunst von Giorgio Morandi und Christina von Bitter
Die Sonderausstellung wird am 19. Oktober um 11.30 Uhr eröffnet: Nach der Begrüßung durch die Künstlerische Leiterin Dr. Pia Dornacher folgt die Einführung durch den Morandi-Sammler Franz Armin Morat vom Institut für Kunst und Kunstwissenschaften in Freiburg im Breisgau. Die Künstlerin Christina von Bitter wird ebenfalls dabei sein.
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