Die Besucher strömten am Sonntag nur so in die Max-Reger-Halle: Anlass war das Eröffnungskonzert zur 48. Saison des Förderkreises für Kammermusik mit einem der besten tschechischen Orchester. Die Brünner Philharmoniker hatten dafür nicht nur Noten zu Dvoráks weltberühmtem Meisterwerk "Aus der Neuen Welt" bei sich, sondern stellten mit Leos Janácek und Franz Krommer auch zwei Komponisten ihrer Heimatstadt vor. 500 Konzertfreunde genossen den frühen Abend unter Leitung von Maestro Petr Altrichter und mit dem Oboisten Jan Adamus.
"Des Spielmanns Kind"
Ein Werk des 20. Jahrhunderts stand am Anfang der Aufführung: Der harte und kühle Ton der Streicher verkörperte soziale Kälte und schilderte in zarter Melancholie das Drama Swatopluk Czechs "Des Spielmanns Kind", das von Janácek vertont worden ist.
Die erste Violine verkörperte hier mit leichtem Vibrato den Vater, der am Ende sein krankes Kind (Oboenstimme) aus Armut und Bedrohung (Basstuba) in eine bessere Welt holt.
Nach diesem gefühlvollen Einstieg durfte das Publikum den Ausnahme-Oboisten Adamus bewundern: Der Meister der Zirkulationsatmung machte mit Franz Krommer, einem zu Unrecht vernachlässigten Zeitgenossen Mozarts, auf höchst virtuose Weise bekannt. Nachdem das Orchester dem Solisten ganz klassisch den roten Teppich ausgerollt hatte, brillierte Adamus mit Höchstleistung, wie man sie in Weiden wohl noch nicht erlebt hat. Das F-Dur- Konzert forderte fingerbrechende flinke Technik, langen Atem und kunstvolle Lebendigkeit.
"Aus der Neuen Welt" bietet die Ernte aus den multikulturellen musischen Anregungen, die der Böhme Dvorák während seines zweieinhalbjährigen Amerikaaufenthalts als Direktor des Nationalkonservatoriums New York sammelte. Hatte der Dirigent (der auch Chef der Prager Symphoniker ist) schon durch poetische Feingestaltung bei Janácek und durch rücksichtsvolles Umrahmen und Tragen bei Krommer gezeigt, wie gut er sein Orchester im Griff hat, so waren bei diesem Großwerk auch die militärischen Fähigkeiten eines Feldmarschalls gefragt, der mit der geballten Faust dirigierte.
Die motivische Verzahnung der vier Sätze und die Güte des Orchesters legten auf die Hörer einen geradezu zauberspruchartigen Bann, führte auf grandiose Höhen, in hinabstürzende Schluchten, zum dynamischen Trubel einer aufbrechenden jungen Nation und zu friedvoll-idyllischen Passagen voller Indianer-Romantik. Doch auch die sehnsuchtsvollen Partien des Böhmen, wie den zarten Kirchweihwalzer, macht den Brünnern so leicht niemand nach.
Tosender Applaus und Ovationen für ein Konzert das zwei Tage später bei seiner Wiederholung in Nürnberg auf guten Plätzen über das Doppelte des Weidener Eintrittspreises kosten wird.
Die Kantorei Weiden überzeugt bei "Musik zum Advent" in der Michaelskirche mit Werk Hugo Distlers
Vom musikalischen Gewand des 4. bis ins 20. Jahrhundert, von alttestamentlichen Prophezeiungen bis hin zur Weihnachtsgeschichte im Neuen Testament führte die "Musik zum Advent" in der Michaelskirche.
mehr...
XXL-Gigant Ottfried Fischer im Musikomm: Zwei vergnügliche Stunden mit einem kabarettistischen Schwergewicht
Wir wussten es immer: Irgendwie und sowieso ist dieser Sir Quickly ein XXL-Gigant. Jemand, der knatternd durch seine Heimat düst und hinter die Kulissen des Lebens schaut. Nicht als Voyeur, der durch
mehr...
Komponist Horst Lohse mit E.T.A.-Hoffmann-Preis der Stadt Bamberg ausgezeichnet
Der Komponist Horst Lohse ist am Dienstagabend in Bamberg mit dem E.T.A.-Hoffmann-Preis ausgezeichnet worden. Die Stadt würdigte damit 200 Jahre nach Beginn von Hoffmanns Wirken in Bamberg das
mehr...
Ottfried Fischer, der XXL-Gigant - Zwei vergnügliche Stunden mit einem kabarettistischen Schwergewicht
Wir wussten es immer: Irgendwie und sowieso ist dieser Sir Quickly ein XXL-Gigant. Jemand, der knatternd durch seine Heimat düst und hinter die Kulissen des Alltags schaut. Nicht als Voyeur, der durch Schlafzimmerfenster schaut. Wohl aber als einer, der sich seinen Reim macht auf scheinbare Alltäglichkeiten. Zwei Stunden lang hat Ottfried Fischer im Amberger Musikomm den Leuten erzählt, wie der Hase in diesem Land läuft.
mehr...
Karlheinz Böhm und Elisabeth Trissenaar gastieren mit Kammerspiel-Lesung "Lola Montez" in Vilseck
Der Mann setzt sich, greift zum Brieföffner und schlitzt das Kuvert auf. Darin findet er eine weniger erfreuliche Nachricht: Die Absenderin, seine Ex-Geliebte, will Geld. Unverhohlen droht sie ihm:
mehr...
Kunstverein Weiden zeigt bis 4. Januar mit "Passt" seine dritte Mitgliederausstellung
Weiden. So macht Kultur Spaß: ein volles Haus beim Kunstverein Weiden mit vielen Künstlern, Besuchern und Gesprächen. Zur dritten Mitgliederausstellung hatte Vorsitzende Silke Winkler am
mehr...
Yasmina Rezas "Gott des Gemetzels" schlägt wieder zu, diesmal in einer großartigen Regensburger Inszenierung
Ihre Sicht auf das Leben ist düster. Dennoch sagt Yasmina Reza: "Ich ringe um Fröhlichkeit." Wie wunderbar ihr das gelingt, zeigt ihr Stück "Der Gott des Gemetzels". Aus der bitteren Erkenntnis, dass
mehr...