Die verbesserte Akustik überzeugt: Münchner Symphoniker brillieren im renovierten Stadttheater Amberg
Nach den Bamberger Symphonikern das nächste renommierte Orchester zu Besuch: Die Münchner Symphoniker unter Georg Schmöhe mit Musik von Haydn, Mozart und Beethoven. Solch prominente Namen locken natürlich die Hörer in Schwärmen in das renovierte Stadttheater. Über dem vorderen Teil der Bühne schweben nun Schallsegel und reflektieren den Klang zu den Besuchern ins Auditorium. Zuvor unterhielt dieser die Mäuse und Fledermäuse auf dem Dachboden. Der "Klang unserer Stadt" - so die Münchner Symphoniker über sich selbst - kommt nun kompakt und mit guter Balance zwischen Streichern, Holz und Blech im Parkett an.
Klassespieler auf der Bühne
Es saßen allerdings auch Klassespieler an klangschönen Instrumenten. Blitzsauberes Holz, kultiviertes Blech und samtige Streicher schmeichelten den Ohren. Die fachübergreifenden Unisoni zwischen Cello und Fagott (Haydn, 4. Satz) kamen bestens getimt und intonatorisch ausgefeilt über die Rampe. Ein Extralob gilt der der 2. Violine mit ihrem hellwach und inspiriert spielenden Stimmführer Makoto Arikawa.
Die verbesserte Akustik überzeugt: Münchner Symphoniker brillieren im renovierten Stadttheater Amberg
Schmöhe liegt richtig, vor allem für Haydns Symphonie Nr. 77 und Mozarts Flötenkonzert einen luftig-schlanken Orchesterklang zu fördern, die Strukturen der Musik aufzudecken statt sie in überfetteter Klangsoße zu ertränken. Die souveräne Solistin Désirée Wolf an der Flöte stammt aus Reihen des Orchesters. Wissend um die Möglichkeiten der Holztraversflöte, wie Mozart sie kannte, spielte sie auf der modernen Böhm-Metallflöte farbenreich und mit natürlicher, klarer Artikulation.
Beeindruckend die tiefgründig-nachdenklichen, aber auch die virtuosen Solokadenzen, die eine unerwartete "Begleitung" durch übende Kollegen im Untergeschoss des Bühnenraums erfuhren. Man trug dies mit gelassenem Humor, die Tonarten passten ja meistens zusammen. Hier, wie schon zuvor bei Haydn, erwies sich Schmöhe als ein analytischer, ebenmäßig und entspannt agierender Musiker, der organische Tempi bevorzugt, die Sätze gliedert, in den Generalpausen lange atmen lässt.
Die verbesserte Akustik überzeugt: Münchner Symphoniker brillieren im renovierten Stadttheater Amberg
Beethovens 5. Symphonie op. 67, uraufgeführt vor 200 Jahren, ist in dem seit der "Eroica" praktizierten "neuen Stil der Komposition" geschrieben, der auf die Romantik verweist. Beethoven bekennt sich hier - wie es sein Charakter war - zu zahlreichen Extremen: im Ausdruck, im Tempo, den spieltechnischen Anforderungen, den schnellen Passagen in langsamen Sätzen, der erweiterten Instrumentation (drei Posaunen), der entwickelten Sonatensatzform. Schmöhe betonte hier mehr das Klassische: Gemäßigte, aber stimmige Tempi, keine Exaltiertheiten - der geniale, organisierte, strukturierte Beethoven, nicht der rasende Wüterich.
Die Hörer haben verstanden: Begeisterter Applaus, als Zugabe der Schlusssatz aus dem D-Dur-Divertimento des unverschämt begabten Lausbuben Mozart.
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