Verein Hoffnung für Menschen sucht Paten für Waisenkinder in Südindien - Bildung sichern
Weiden. (wd) Es ist nicht nur die Not der Kinder, die den Mitgliedern des Vereins Hoffnung für Menschen "an die Nieren" geht. Es ist auch diese Dankbarkeit, die Gastfreundschaft der Menschen, die wenig haben, aber alles teilen. "Ich war ständig am Heulen", gesteht Judith Haslauer. Und darum will der Verein weiter helfen, ist aber dringender denn je selbst auf Hilfe angewiesen.
Die nach der Tsumani-Katastrophe beschlossene 100 Boote-Aktion ist längst erfolgreich abgeschlossen. Dafür startet der Verein nach dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" ein Generationen-Projekt: Er baut Kinderdörfer. Elf Häuser an drei Standorten sind bereits realisiert, mit "Mutter" (meist einer Witwe) und vier bis sechs zwischen drei und zwölf Jahre alten Halb- oder Vollwaisen bezogen. "Wir sind in der Eingewöhnungsphase", berichtet Judith Haslauer. Wenn alles gut klappt, leben künftig jeweils acht Kinder mit einer Mutter in einer Familie leben. "Die SOS-Kinderdörfer sind dabei unser Vorbild", betont Thomas Ebnet, der im Juli den Vorsitz von Vereinsgründer Horst Heider übernommen hat.
Für jeden Geldbeutel
Nun gilt es, die Kinderdörfer kurz-, mittel-, aber auch langfristig finanziell zu sichern. Der Verein versucht dabei, auf die Wünsche und Möglichkeiten der Spender zu reagieren. Die Übernahme einer Kinderdorf-Patenschaft kostet jährlich 360 Euro. "Nicht mal einen Euro pro Tag. Und wie viel Gutes kann man dafür tun." Hoffnung für Menschen wolle seine Hilfe nicht auf die eigenen Kinderdörfer beschränken, sondern biete Kinderpatenschaften auch außerhalb der Kinderdörfer an: 100 Euro im Jahr decken die Ausgaben für Lebensunterhalt und Schulausbildung. Preislich dazwischen liegen die Familienpatenschaften: Mit 240 Euro pro Jahr werden Witwen unterstützt und sichergestellt, dass ihre Kinder eine gute Schulausbildung erhalten.
Von (wd) |
13.10.2008
| Netzcode: 1567319
Weiden
"Kinderdörfer - unser Herzensprojekt"
Verein Hoffnung für Menschen sucht Paten für Waisenkinder in Südindien - Bildung sichern
Ausweg aus der Armut
"Indien ist ein Land, dem keiner widerstehen kann", berichtet Judith Haslauer, die als dritte Vorsitzende von Hoffnung für Menschen bereits mehrmals vor Ort war. "Ich selber habe schon drei Patenkinder. Ich hab' das angefangen und bringe es auch gerne zu Ende. Ich werde mich freuen, wenn meine Kinder in Indien studieren, heiraten und selbst Kinder bekommen." Das Wichtigste, das jeder, der helfen wolle, den Kindern mitgeben könne, sei eine gute Schulbildung. "Nur die ist der Ausweg aus der Armut."
Der Verein bürge dafür, dass die Spenden im vollem Umfang den Kindern zu gute komme. "Mehr als 85 Prozent der vermittelten Patenkinder kennen wir persönlich. Wir kontrollieren unsere Projekte, essen bei den Ordensschwestern". Die Schwestern waren es auch, die für die drei Kinderdörfer Grund und Boden kostenlos zur Verfügung stellten.
Am 20. Februar fährt "Hoffnung für Menschen" wieder nach Indien, um von den Priestern und Bischöfen zu hören, wo am effektivsten geholfen werden kann. Dann ist auch ein Wiedersehen mit Sybille Czichon geplant, die am 14. Oktober ihre sechsmonatiges Praktikum in einem Kinderdorf antritt. Die 23-jährige, die ihre Steinmetz und Bildhauer-Ausbildung abgeschlossen hat, ließ sich bereits von der Faszination Indien infizieren.
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