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Von Rudolf Barrois  |  13.10.2008  | Netzcode: 1567289
Weiden

Macht und Moral im tödlichen Konflikt

Theater Greve bringt William Shakespeares Klassiker "Julius Cäsar" mustergültig auf die Kleine Bühne in Weiden

Der Konflikt zwischen Macht und Moral ist so alt wie die Menschheit. Mit den Großreichen der Antike nahm er großes politisches Format an. Kaum eine Figur der alten Geschichte hat den Widerstreit zwischen Gewissen und Herrschaftsanspruch so verkörpert wie Gaius Julius Cäsar, der nach einem glänzenden Feldzug in Gallien und dem Ausschalten seiner Mitherrscher im ersten Triumvirat, Pompejus und Grassus, sich anschickt, nach der Alleinherrschaft zu greifen. Ein Stoff, der den Briten William Shakespeare faszinierte. Es ging ihm dabei nicht nur um die Verwandlung eines Herrschers in einen Tyrannen, es ging ihm um die Geschichte selbst.

Das Theater Greve, das Shakespeares Klassiker "Julius Cäsar" für die Kleine Bühne in Weiden am Freitagabend in der Max-Reger-Halle darbot, durfte darauf hoffen, dass die Vorgänge um jene berüchtigten Iden des März Allgemeingut sind. Manfred H. Greve hält sich dabei nicht nur an die bewährte Übersetzung von August Wilhelm Schlegel, sondern auch an die Bühnenpraxis des Dichters. In schlichter Kulisse ein klares Konzept, eine mustergültige Entwicklung der Handlung, die den Zuschauern das Miterleben und Mitdenken auf absolut hohem Niveau erleichterte.

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