Bestseller-Autoren beschreiben eine verdummte Generation - Chaos bei der Erziehung programmiert
Weiden. (uz) "Eltern nehmen heute nur noch selten den Erziehungs-Steuerknüppel zur Hand und scheinen nur mehr auf den Autopiloten zu vertrauen." Diesen Vergleich mit der Führung eine Jumbo-Jets zogen die Bestsellerautoren Stefan Bonner und Anne Weiss. Für sie ist mangelnde Erziehung einer der wesentlichsten Gründe, warum es heute eine "Generation doof" gibt.
So lautet auch der Titel ihres Buches. Die Autoren sprachen am Freitagabend in der Buchhandlung Rupprecht von "Hilflosigkeit und falscher Toleranz". Viele Eltern hätten keine "Lizenz zur Erziehung". Das Fazit des Duos: "Die Fastfood-Generation ist zur Eltern-Generation geworden. Das Chaos ist vorprogrammiert." Eltern der "Generation doof" seien immer weniger bereit, ihren Kinder Manieren beizubringen. Dies werde spätestens dann fatal, wenn diese Kinder ins Berufsleben eintreten. Ihren Teil zur "Verdoofung" würden aber auch die Medien beitragen. "Früher gab es drei Programme. Da war Fernsehen noch was Besonderes." Heute, so Bonner, handle es sich um eine "multimediale Bespaßungsbude".
Drei Stunden verbringe der Durchschnittsbürger täglich vor der Glotze. Und was werde ihm da gezeigt? "Real-Life-Soaps über Menschen, die es im Leben noch weniger weit gebracht haben als wir selbst." Dieter Bohlens Starsuche erziele Traumquoten von 5,5 Prozent. Dafür liefen den Tagesthemen die Zuschauer weg. "Warum schauen wir uns das an, anstatt uns mit Freunden zu treffen, uns der Trunksucht oder dem Sex zu widmen?"
Von (uz) |
13.10.2008
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Weiden
Dumm gelaufen: Doof ist normal
Bestseller-Autoren beschreiben eine verdummte Generation - Chaos bei der Erziehung programmiert
Schon vor 70 Jahren doof
Pfarrer Andreas Schlagenhaufer zitierte einen befreundeten Gymnasiallehrer: "Wenn ich meinen Schüler heute Schulaufgaben vorlegen würde, wie ich sie vor 20 Jahren gehalten habe, kämen nur Sechser raus." Gleichzeitig räumte er aber auch ein, dass es früher auch schon mal eine "Generation doof" gegeben habe. Einer habe "Wollt ihr den totalen Krieg?" vorgebrüllt, und Tausende hätten "Ja" geschrieen.
Der launige Vortrag, veranstaltet von der Buchhandlung und der VHS, regte immer wieder zum Schmunzeln an. "Wir meinen ja auch nicht blöd - Blöde gab's schon immer - sondern doof. Und das ist das erschreckend Neue", sagte Anne Weiss. Mit Deutschland gehe es bergab. In der anschließenden Diskussion wurde auch der Begriff "Brot und Spiele" laut: Die ganze Doofheit sei doch von oben gesteuert, damit man dort oben leichtes Spiel habe, hieß es.
Intelligenzforscher hätten herausgefunden, dass der durchschnittliche IQ seit den ersten Tests Anfang des vorigen Jahrhunderts kontinuierlich anstieg. Zwischen 1954 und 1981 gar um 17 Prozent. Doch dann sei der Bildungs-GAU gekommen. Mittlerweile sinke der IQ seit Ende der 90er Jahre um zwei Prozent pro Jahr. Schüler könnten einem Lehrer heute nicht mehr über 45 Minuten folgen.
Von (uz) |
13.10.2008
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Weiden
Dumm gelaufen: Doof ist normal
Bestseller-Autoren beschreiben eine verdummte Generation - Chaos bei der Erziehung programmiert
"Der Lehrer muss eine Mischung sein aus Thomas Gottschalk und Stefan Raab und muss seinen Unterricht multimedial gestalten. Am besten alle fünf Minuten was anderes." Mit Stilblüten und autobiografischen Episoden war der Vortrag aufgelockert. Das Autorenpaar lieferte amüsante Beispiele durch jahrelange Beobachtungen aus dem Alltagsleben. "Wir selber sind Anfang 30 und zählen uns auch zur ,Generation doof'", räumte Bonner ein. "Aber wir haben was aus uns gemacht."
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