Einigkeit des Dekanats zeigt sich beim Kapitelstag - Vortrag von Verleger German Vogelsang
Weiden. (hcz) Gemeinsam mit Stadtdekan Andreas Uschold zelebrierten fast alle 17 Geistlichen des Dekanats am Donnerstag beim Kapitelstag einen Gottesdienst in der Josefskirche. Bei dem jährlich stattfindenden Festtag demonstrierten Ordensleute, Pfarrgemeinderatsmitglieder, zahlreiche Gläubige und die pastoralen Mitarbeiter des Dekanats dessen Einigkeit.
In seiner Predigt ging Pfarrer Uschold auf die Worte des Apostels Paulus ein, der verkündete, dass es nicht in erster Linie darum gehe "mit Worten" für die Idee zu werben, dass Gott den Menschen in Jesus Christus nahe gekommen sei. Vielmehr habe Gott "die Gemeinde auserwählt". Die Folgerung daraus sei, so Uschold: Um mehr zu sein als schöne Worte, benötige das Evangelium die Gemeinschaft derer die gemeinsam glauben, lieben und hoffen. Mit der Niederlegung symbolträchtiger Gaben - Stein, Korb, Blumenstrauß, Kalender, Brot und Wein - erinnerten die pastoralen Mitarbeiter symbolisch an die Ängste und Not der Menschen, aber auch an deren Möglichkeiten und festen Glauben.
"An Kindern arm..."
"An Kindern arm, an Alten reich. Wohin steuert das christliche Europa?" Beim anschließenden Beisammensein im Pfarrheim referierte NT-Verleger German Vogelsang über die problematische demografische Entwicklung. Seit 1964 gebe es nicht mehr genügend Geburten in Deutschland, um den Bevölkerungsstand zu halten, während die Lebenserwartung um gut sieben Jahre gestiegen sei. Bei 2,2 Kindern je Ehepaar müsste die Geburtenrate liegen. Tatsächlich liege sie bei 1,37.
Von (hcz) |
11.10.2008
| Netzcode: 1565872
Weiden
Evangelium mehr als "schöne Worte"
Einigkeit des Dekanats zeigt sich beim Kapitelstag - Vortrag von Verleger German Vogelsang
Die deshalb nötige Zuwanderung führe zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen. "Der Anteil der Europäer an der Weltbevölkerung wird im Jahr 2050 bei nur noch sieben Prozent liegen." Ethnische, kulturelle und religiöse Veränderungen stehen bevor. "Europa wird muslimisch", zitierte Vogelsang einen Wissenschaftler. Besonders dramatisch sei diese Entwicklung in den "kernkatholischen Ländern Spanien, Italien und Deutschland". Während es in den 80er Jahren 700 Moscheen bzw. Gebetshäuser bei uns gegeben habe, seien es jetzt 2500. Im Ruhrgebiet und im Rheinland gebe es bereits Gemeinden mit 30 Prozent nichtdeutscher Bevölkerung. Mit dieser Entwicklung einher gehe eine Entvölkerung im Osten Deutschlands, von der Oberfranken und die Nordoberpfalz bereits erfasst seien.
Als Resümee dieses düsteren Szenarios zog Vogelsang die "nicht sehr ermutigende Schlussfolgerung", dass die christlich-abendländische Kultur bedroht sei und zitierte Papst Benedikt: "Wenn Europa das Christliche ausklammert, beraubt es sich seiner Kultur." Bei der anschließenden Diskussion fand man zwar Gründe für die Entwicklung (gestiegene materielle Ansprüche u.a.), aber kein Rezept zum Gegensteuern. Pastoralassistent Klaus Hirn wies auf das nächste Dekanatsforum am 13. November hin.
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