OB Kurt Seggewiß und Alois Schröpf plädieren: Eine Million mehr für die Jugendhilfe
Weiden. (ps) Eine Million Euro mehr für die Jugendsozialarbeit? OB Kurt Seggewiß richtete die "dringende Bitte" an den Jugendhilfeausschuss, "dass wir das Geld in die Hand nehmen, weil es dringend gebraucht wird". Unter anderem - wie Jugendamtsleiter Alois Schröpf deutlich machte - für die Heimunterbringung. Er meinte sogar: "Der Trend ist bedrohlich."
"Die Heimkosten explodieren", führte der Jugendamtschef aus, als er die Anforderungen für das Budget 2009 erläuterte. "2007 und 2008 gab es einen regelrechten Boom. Viele Familien brechen zusammen. Immer häufiger kommt es zu Notsituationen, in denen wir gezwungen sind, die Kinder aus den Familien zu nehmen." Die Folge: Für nächstes Jahr erwartet der Amtsleiter 1,15 Millionen Euro Kosten für die Heimunterbringung. Das bedeutet ein Plus von 340 000.
Mit 30 000 Euro Mehrkosten rechnet Schröpf bei den Hilfen zur Erziehung seelisch Behinderter. "Die Fallzahlen steigen, und bei diesem Personenkreis sind wir sogar bis zum 27. Lebensjahr zuständig." Ein Plus von 80 000 Euro wird seiner Ansicht nach für das erhöhte Betreuungsangebot für Kleinkinder erforderlich. Die Nachfrage nach Krippenplätzen für Ein- bis Dreijährige steigt.
Zwei erfreuliche Aspekte, die ebenfalls den Etat 2009 nach oben treiben: 2009 werden zwei neue Schulsozialarbeiter an der Pestalozzi- und der Europa-Berufsschule anfangen. Außerdem nimmt das Stadtteilzentrum im Stockerhut mit einiger Verzögerung endlich den Betrieb auf. Schröpf rechnet mit einem Betriebskostenzuschuss in Höhe von 80 000 Euro für den Träger.
Von (ps) |
10.10.2008
| Netzcode: 1564471
Weiden
Immer mehr Kinder landen im Heim
OB Kurt Seggewiß und Alois Schröpf plädieren: Eine Million mehr für die Jugendhilfe
OB will Integrationsfirma
Kurt Seggewiß setzt zudem darauf, dass Weiden 2009 eine Integrationsfirma erhält. "Seit Jahren hinkt die Nordoberpfalz hier hinterher", ärgerte er sich. "Ich will hier ein deutliches Zeichen setzen." Um all diese Aufgaben erfüllen zu können, sei für den Etat 2009 die Erhöhung um eine Million auf knapp 5,5 Millionen Euro nötig. "Das müssen wir dann aber auch im Finanzausschuss durchhalten", beschwor Seggewiß die Ausschussmitglieder.
Eine kurze Diskussion entspann sich bei der Etat-Debatte um die vierte Stelle für den Stadtjugendring, die grundsätzlich genehmigt ist, sobald die Stadt über die entsprechenden Mittel verfügt. Damit die auch bei den Etatberatungen im November berücksichtigt werden, muss das Konzept des SJR rechtzeitig vorliegen, machte OB Kurt Seggewiß klar.
Spätestens am 20. Oktober, meinte er. "Das schaffen wir locker", sagte Bruder Jürgen Hess. "Schade, dass wir das Konzept nicht noch vorher im Jugendhilfeausschuss behandeln können", bedauerte Stadtrat Josef Gebhardt. "Wir werden es nachträglich vorstellen", versprach Stadträtin Steffi Sperrer für den Stadtjugendring.
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