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Von (kbw)  |  07.10.2008  | Netzcode: 1560983
Nabburg

Wenn sich Audi 80 und Stretchlimo auf dem Highway treffen

Niederbayerisch-slowenische Band Flez Orange im Schmidt-Haus Nabburg: Jauchzen und Frohlocken zwischen Polka, Jazz und Zwiefachem

Die Geige schluchzt, das Banjo klimpert, der Bass wummert dramatisch. "Was kann mir schon geschehen? Du weißt, ich liebe das Leben." Das Publikum jauchzt vor Vergnügen. Nein, wir sind nicht bei der Schlagerparade mit Vicky Leandros, wir befinden uns im engen Gemäuer des Nabburger Schmidt-Hauses. Der Interpret heißt Matthias Klimmer, seines Zeichens Arrangeur, Komponist und Boss des Projekts Flez Orange.

Die fünfköpfige niederbayrisch-slowenische Gruppe präsentiert in Nabburg eine ureigene Mischung verschiedenster Stilrichtungen in klassischer Volksmusikbesetzung. Fünf exzellente Individualisten erzählen in perfektem Zusammenspiel musikalische Geschichten aus aller Welt und schöpfen dabei unbekümmert aus dem Fundus von Polka, Jazz, Zwiefachem, Swing, Walzer, Blues.

Chor und Band in einem



Der schelmische Maximilian Maier gibt mit seinem ungewöhnlichen Schlagwerk - ein Koffer dient als Basstrommel - den Takt vor. Unterstützt wird er dabei vom smarten Jochen Rössler am Kontrabass. Verschmitzt, irgendwie an Schwejk erinnernd, bedient der Slowene Tomaz Marcic virtuos die Knöpfe seines Akkordeons. Veronika Keglmaier, die weibliche Krönung des Ganzen, veredelt mit perfektem Geigenspiel die Darbietungen der Formation. Ach ja, der Herr Klimmer singt nicht nur, sondern erweist sich vorwiegend als Meister der Klarinette. Flez Orange legt bisweilen die Instrumente ab und zeigt sich dann auch noch als eindrucksvoller Chor. Das alles geht selbstverständlich ohne Mikrofon und elektrischer Verstärkung, echte Volksmusiker eben. Die Fünf zaubern von Beginn an eine aufgeräumte Stimmung ins kleine Gewölbe, gewinnen sofort die Gunst der Besucher, wenn Tomaz Marcic die Gäste langatmig in slowenischer Sprache begrüßt. Dann führt vorwiegend Thomas Klimmer auf seine ureigene, spontane Weise durch das Programm. Inhalte, Ursprünge der selbstkomponierten Stücke kündigt er in einer Mixtur aus Valentinaden und niederbayerischem Dadaismus an. Das Lied "Unser oida Kat" beispielsweise entstammt angeblich der Begegnung einer weißen Stretchlimousine mit einem Audi 80 auf einem US-Highway.

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