"Tod und Auferstehung" als Thema: Die Bayerische Landesausstellung 2014 kommt nach Regensburg
Domspatzen-Gesang im Kreuzgang, Ministerrede und Bischofswort, historische An- und Ausblicke auf Jenseitsvorstellungen und das, was die Bayern ein Jahrtausend lang darunter verstanden haben: Unter der Thematik "Tod und Auferstehung" veranstaltet das Haus der Bayerischen Geschichte seine Landesausstellung 2014 in Regensburg und betritt damit ein neues Feld.
Weil große Ereignisse lange Schatten voraus werfen, luden das Haus der Bayerischen Geschichte (HdBG), das Wissenschafts- und Kunstministerium, die Diözesanleitung und die Bezirksregierung am Montag zur Auftaktpressekonferenz der Bayerischen Landesausstellung 2014. Auch wenn's noch sechs Jahre bis dahin sind - die Vorbereitungen laufen bereits auf vollen Touren.
Instandsetzung geplant
Während für Bischof Gerhard Ludwig diese Großveranstaltung das "spezifisch christliche Verhältnis" zum Tod und die Hoffnung des sterbenden Menschen auf Gott und Auferstehung vermittelt, sieht Dr. Richard Loibl, Direktor des HdBG, darin mehr die kulturgeschichtliche Seite, die Jenseitsvorstellungen im Spiegel des Diesseits psychologisch zu durchleuchten - ein "hochinteressantes, faszinierendes Thema".
Von (pk) |
07.10.2008
| Netzcode: 1560981
Regensburg
Jenseitsvisionen im Domkreuzgang
"Tod und Auferstehung" als Thema: Die Bayerische Landesausstellung 2014 kommt nach Regensburg
Dass die Landesausstellung mit Orts- und Themenwahl am richtigen Platz ist, davon sind sowohl die Ausstellungsmacher als auch Kunstminister Thomas Goppel überzeugt. Ein "besonderes Kapitel Regensburger Geschichte" werde damit aufgeschlagen und in Gemeinschaftsleistung des Bistums mit dem Freistaat mittels modernster Museumstechnik behutsam ein Bereich öffentlich gemacht, der bisher nur wenigen geführten Gruppen offen stand: der Domkreuzgang mit Stephanskirche, Allerheiligenkapelle und dem Mortuarium, der Begräbnisstätte Regensburger Domherren.
Damit dies den Besuchern rechtzeitig präsentiert werden kann, planen Freistaat und Diözese die Instandsetzung dieses kunst- und kulturhistorisch international bedeutenden Denkmalkomplexes, in den auch die Ulrichskirche als Entree einer raumgreifenden Inszenierung zum fürstlichen Sterbezeremoniell sowie Niedermünster mit den Gräbern der Heiligen und Herzöge einbezogen werden.
Wo ist die tote Tante?
Für Goppel sind die Begriffe Tod und Auferstehung immer noch mit zu vielen Tabus belegt. Die Kinderfrage "wo ist die Tante geblieben, wenn sie jetzt tot ist?" werde viel zu wenig gestellt. Regensburg werde von dem kulturellen Großereignis der Landesausstellung - einem weiteren Highlight nach dem Titel als Weltkulturerbe - profitieren und die Veranstaltung auch auf die gesamte Oberpfalz ausstrahlen, wie 2003 die Landesausstellung in Amberg. Eine touristisch-wirtschaftliche Chance erkennen auch Regensburgs Kulturreferent Klemens Unger und Regierungspräsidentin Brigitta Brunner. Unger sieht damit das Profil der städtischen Identität geschärft, der Direktor der Diözesanmuseen Dr. Hermann Reidel erblickt darin eine Herausforderung für die Kunst im Bistum, sich noch besser darstellen zu können.
Weil für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer Dom und Kreuzgang ohne Hilfestellung bisher kaum zugänglich sind, wird anlässlich der Landesausstellung als optimale Lage der Zugang nördlich des Chores an der Schnittstelle zwischen Dom und Kreuzgang barrierefrei und behindertengerecht ausgebaut.
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