Kreuzungseber "Pediko" sorgt für schnelleres Wachstum und besserer Fleischqualität
Weiden. (wd) Die Almesbacher Schweinezüchter können auf kein Patentrezept nach dem Motto "Man nehme" zurückgreifen. Und dennoch wagten sie schon 2005 die erste "Anpaarung" von Duroc- und Pietrain-Schweinen. Inzwischen wird die wissenschaftlich aufgestellte Zuchtlinie auch von der Landesanstalt für Landwirtschaft mitgetragen, die dann 2007 mit einem groß angelegten Zuchtversuch begann.
Der Freistaat dankte beim Zentralen Landwirtschaftsfest den Almesbachern für Mut, Eigeninitiative und für den ersten Kreuzungseber "Pediko" mit der Staatsmedaille in Gold, die nur alle vier Jahre vergeben wird. Auch die Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion verlieh dem Agrarzentrum Almesbach für die Mitwirkung an der Entwicklung des "Endstufenebers 2010", so inzwischen die offizielle Bezeichnung des Almesbacher Versuches, die Silbermedaille.
Helmut Bamler, der Experte für das Borstenvieh in Almesbach, kennt den Dauerkonflikt in der Schweinezucht: Das Fleisch soll möglichst mager sein, fordert der Verbraucher. Aber: Magerem Fleisch fehlt der Geschmack, denn Fett ist der Geschmacksträger Nummer eins. Gerade die dänische Rasse Duroc wartet mit dem gesuchten intramuskulären Fett, also mit fein marmoriertem Fleisch auf.
Robustheit schadet nicht
Die Durocs gelten zudem als sehr robust mit stabilem Knochenbau. "In der heutigen Herdenhaltung geht es mitunter zu wie in einer Wildschweinrotte. Da kann eine gewisse Robustheit nicht schaden", betont Bamler. Und dass die Durocs zudem schneller wachsen, weiß jeder Mäster zu schätzen. Inzwischen stehen ja in Niederbayern bereits in einigen Mastbetrieben die schnellen Dänen-Ferkel.
Von (wd) |
07.10.2008
| Netzcode: 1560527
Weiden
Gold für Almesbacher Superschwein
Kreuzungseber "Pediko" sorgt für schnelleres Wachstum und besserer Fleischqualität
Weiter Weg
Im Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum Almesbach wird mit 60 Pietrainsauen Herdbuchzucht betrieben. Die Weidener sind der Pionier in der Zucht auf reinerbig stressresistenten Pietrain in Deutschland. Koordinator für den Pediko-Versuch ist Zuchtleiter Dr. Thomas Nibler von der Landesanstalt für Landwirtschaft. Almesbach liefert die Vatertiere. 14 aus speziellen Anpaarungen stammende Versuchseber aus Almesbach werden in der Besamungsstation Neustadt/Aisch eingestellt, in ausgesuchten Ferkelerzeugerbetrieben gezielt eingesetzt und die Ferkel dann in die Mastprüfanstalten zur Ermittlung ihrer Leistungen übergeben. Bis alle Eber aus den Zuchtlinien geprüft sind, werden zwei Jahre vergehen. Dann allerdings gibt es die Schweinehaltung in Almesbach nicht mehr. Sie wird im Frühjahr aufgelöst (der NT berichtete)
"Wir müssen auf die Erfordernisse des Marktes reagieren", nennt auch Landwirtschaftsdirektor Helmut Konrad, Leiter des Agrarzentrums, eine der wichtigen Vorgaben. "Wir wollen dann nicht aus der Hüfte schießen müssen, sondern Tiere anbieten, die genau den Anforderungen entsprechen. Deshalb läuft jetzt auch der Exakt-Versuch mit einigen Hundert Tieren, die miteinander verglichen werden. Wir wollen belastbare Zahlen liefern, sortieren Zufallsergebnisse penibel aus."
Die Nachfrage der Mäster habe sich verändert. "Und ihnen dürfte es durchaus lieb sein, wenn ein Ferkel bis zur Schlachtreife einige Tage weniger im Stall steht.
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