Deutschlandpremiere: "Nordic Brass" begeisterte in der Bayreuther Kreuzkirche
Bayreuth. Blechbläser-Sound von höchster Brillanz und Musikalität, garniert mit kunstvoll eingesetzter Percussion: Das ist das Markenzeichen des schwedischen Blechbläser-Ensembles "Nordic Brass". Gegründet hat sich das Ensemble 1993, um Kammermusik aufzuführen und dabei die nordischen Traditionen aufrechtzuerhalten.
Nach etlichen Jahren war es schließlich so weit: Am Samstag war "Nordic Brass" mit einer Deutschlandpremiere in der evangelischen Kreuzkirche in Bayreuth zu hören. Von der ersten Minute bis zur letzten erfüllte ein einzigartiger Zauber die Kirche. Denn das, was das elfköpfige Ensemble den zahlreichen Zuhörern da bot, übertraf alle Erwartungen: strahlender Sound und glockenreine Spitzentöne, dazu eine große Portion Leidenschaft. Kein Wunder, haben sich hier doch die zehn besten Bläser aus den bedeutendsten Symphonieorchestern Skandinaviens zusammengefunden.
Auf dem Programm dieses kurzweiligen Konzertabends standen vor allem wahre Kleinode aus Renaissance und Barock, angefangen von Michael Prätorius bis hin zu Georg Friedrich Händel. Festlich und majestätisch ging es los mit der königlichen Fanfare "vive le roy" von Josquin Des Pres, ehe schließlich mit "Terpsichore" von Michael Prätorius eines der bekanntesten Werke des frühen 17. Jahrhunderts folgte. Es ist eine Auswahl von beliebten Tänzen und Melodien, die von französischen Tanzmeistern am Hofe des Herzogs von Braunschweig gespielt und getanzt wurden.
Deutschlandpremiere: "Nordic Brass" begeisterte in der Bayreuther Kreuzkirche
Bereits hier zeigte sich die ungebrochene Musikalität des Ensembles, das mit seiner leichten und dynamischen Interpretation und gekonnt eingesetzter Percussion den Charakter der Tänze wunderbar unterstrich. Dann, am Ende des ersten Teils, zwei Highlights. Da war zunächst die Battalia Nr. 1 von Jose Cabanilles, ein beeindruckendes Werk, das die lange Geschichte einer Schlacht zwischen französischen und spanischen Soldaten erzählt. Man konnte es förmlich hören, wie die Soldaten unaufhaltsam aufeinander zu marschierten, oder wie sich Angst und Trauer breit machten. Ein ganz anderer Ton war schließlich bei dem Allegro aus Johann Sebastian Bachs so berühmtem Brandenburgischen Konzert No. 3 zu vernehmen. Da wähnte man sich fast in einem kleinen Kammermusiksaal, so sicher und filigran meisterten die Bläser auch die schnellsten Passagen.
Nach der Pause lieferten die Musiker schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die Weihnachtszeit, mit Arcangelo Corellis Concerto Grosso No. 8, das auch als Weihnachtskonzert bekannt ist. Bei den letzten beiden Werken des Konzertes konnten die Musiker noch einmal in vollstem Maße ihr Können beweisen: Denn anspruchsvoll sind die Holberg Suite von Edvard Grieg und die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel allemal.
Es ist vor allem die unglaubliche Reinheit der Töne, die "Nordic Brass" auszeichnet, gepaart mit Ausdrucksstärke und einer charmanten Publikumsnähe. Beifallsstürme geleiteten die Musiker von der Bühne.
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