"Der Krawattenclub" als unterhaltsamer Abend im Regensburger Turmtheater
Regensburg. "Ich warne dich: Wenn du mich nicht tötest, bin ich dir ein Leben lang böse". Solche und andere tiefgründige Aussagen sind in Fabrice Roger-Lacans im Jahre 2000 geschriebenen und am 6. Februar 2001 uraufgeführten Theaterstück "Der Krawattenklub" zu vernehmen. Mit diesem Zwei-Personen-Stück ist dem 1966 geborenen französischen Autor in der Tat ein Wurf gelungen, der dem Publikum einen unterhaltsamen und amüsanten Abend beschert.
Das tragikomische Werk zeigt, wie sich aus einer Bagatelle - Adrien verschweigt seinem Kumpel und Geschäftspartner Bernard, dass er seit einigen Jahren einem Klub angehört - eine komische Tragödie entwickelt, die sogar fast zum Mord führt.
Da die äußere Handlung dieses Stücks sich ausschließlich in einem Büro abspielt und hauptsächlich aus der Gestik der Dialoge besteht, ist es nicht ganz einfach dieses doch eindreiviertel Stunden dauernde Werk lebendig über die Bühne zu bringen. In der Inszenierung von Barbara Herold am Theater Regensburg - genauer im Regensburger Turmtheater - ist dies auf sehr packende Art gelungen.
"Der Krawattenclub" als unterhaltsamer Abend im Regensburger Turmtheater
Die Aufführung lebt durch kleine Details, welche den schlüssigen Bewegungsabläufen noch den nötigen Schliff verpassen. So nutzt die Regisseurin die Möglichkeiten der kleinen Bühne geschickt aus und lässt den Eindruck aufkommen, dass dieses Werk nie den Anspruch auf mehr Platz gehabt hätte.
Den gelungenen Premierenabend prägten natürlich die Schauspieler Gerold Richard Ströher als Bernard und Jürgen Fischer in der Rolle des Adrien. Beide können durch ihre Gestik, ihr Einfühlungsvermögen in die Charaktere der Figuren und durch ihre auch in emotionalen Ausbrüchen noch verständliche Artikulation überzeugen. Im Besonderen beeindruckt Gerold Richard Ströher durch die Hingabe, mit welcher er den psychisch doch recht schwierigen Charakter Bernards verkörpert. Der lang anhaltende Applaus war sowohl für die Regie als auch für die beiden Schauspieler gerechtfertigt.
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