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Von (ps)  |  04.10.2008  | Netzcode: 1558045
Weiden

"Kein Mensch kann immer Verständnis haben"

Angehörige von psychisch Kranken neigen dazu, sich selbst zu überfordern - NT-Interview mit Eva Straub

Weiden. (ps) Sieben Jahre hat es gedauert, bis Eva Straub und ihr Mann gemerkt haben, dass ihr Sohn psychisch krank ist. "Ganz schleichend wurde aus einem Klassenbesten ein Schüler, der mit Mühe und Not das Abitur schafft. Sie können sich vorstellen, was da abgeht in der Familie. Das vergisst man sein Leben lang nicht."

Seit 18 Jahren engagiert sich die 73-Jährige in der Angehörigenarbeit. Am Dienstag, 14. Oktober, um 18.30 Uhr spricht die stellvertretende Vorsitzende des Bundes- und des Landesverbandes für Angehörige von psychisch Kranken in der Weidener Beratungsstelle für seelische Gesundheit (Bismarckstraße 21) zum Thema "Es ist nicht leicht, ein guter Angehöriger zu sein." Der NT führte mit Eva Straub vorab ein Interview.

Warum ist es denn so schwer, ein guter Angehöriger zu sein?

Eva Straub: Die ganze Familie ist mitbetroffen, wenn jemand erkrankt. Das geht an keinem spurlos vorüber, auch wenn jeder die Situation anders empfindet. Stellen Sie sich vor, Ihr Kind reagiert nicht mehr auf Gesprächsangebote, zeigt keine Gefühle, wandelt sich von einem sehr aktiven Menschen zu einem, der zu nichts mehr Lust hat, ohne dass Sie wissen, warum. Da ist nichts mehr wie früher, sondern alles ver-rückt. Es kommt zu Spannungen. Die Betroffenen wollen ja gute Angehörige sein, aber das geht nicht immer.

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