Von Sandra Blaß  |  27.08.2008  | Netzcode: 1513626
Bayreuth

Berührende Liedkunst von Strauss, Wagner und Zemlinsky

Festival junger Künstler Bayreuth: Liedgala im Markgräflichen Opernhaus unter dem Motto "Das Klavierlied der Romantik"

Die jungen Musikerinnen und Musiker nach dem
Die jungen Musikerinnen und Musiker nach dem Konzert, Bild: Blaß
Richard Strauss stand im Mittelpunkt einer festlichen Abschlussgala des Liedworkshops im Rahmen des Festivals junger Künstler. "Das Klavierlied der Romantik", so war jener facettenreiche und zugleich berührende Konzertabend überschrieben. Und was würde dazu besser passen als das stilvolle Ambiente des Markgräflichen Opernhauses, das Professor Siegfried Mauser, der Leiter des Liedworkshops, liebevoll als "architektonisches Juwel" bezeichnete?

Natürlich, ein solcher Raum kann den Sängerinnen und Sängern auch Schwierigkeiten bereiten, wenn sie nicht in der Akustik schwelgen können, sondern sich allein auf die Reinheit und Tragfähigkeit ihrer Stimme verlassen müssen. Doch das war für die Künstler dieses Abends kein Problem. Und so überzeugten doch alle mit einer ausdrucksstarken Liedinterpretation: Nancy Anne Davis, Brigitte Bayer, Maria Sushansky, Judith Spiesser (alle Sopran), Hanako Takahashi (Mezzosopran) sowie Michael O'Halloran (Bariton).

Wesendonck-Lieder



Was wäre aber ein solcher Liederabend ohne die stets präzise, angemessene und einfühlsame Klavierbegleitung durch Mamikon Nakhapetov, Alexandra Shirshova, Mirei Asano und Margarita Dominguez Mota?

Den Rahmen für das umfangreiche Programm bildete eines der bekanntesten Lieder von Richard Strauss, "Amor" op. 68 No. 5, einmal in der Interpretation der jungen Sopranistin Nancy Anne Davis, am Ende dann in der Version von Maria Sushansky. Gerade Letztere konnte hier mit ihrer äußerst tragfähigen Stimme punkten, mit der sie auch die längsten Koloraturen sicher meisterte. Klar, dass beim Klavierlied der Romantik wichtige Vorreiter nicht fehlen durften: Richard Wagners berühmte Wesendonck-Lieder, hier in der herrlich leidenschaftlichen Interpretation Hanako Takahashis und Mirei Asanos. Auch einem leider nur wenig bekannten Zeitgenossen von Richard Strauss zollten die Musiker Tribut: Alexander Zemlinsky mit seiner ganz eigenen Tonsprache. Das weitere Programm zeugte dann von den verschiedenen Strauss-Seiten.

Durchweg hohes Niveau



Da sind zunächst die lyrischen, oft melancholischen Lieder, wie "Das Rosenband" oder "An die Nacht", dann die drei Lieder der Ophelia mit einem unüberhörbaren Einfluss der Psychosomatik und schließlich die wunderschönen Mädchenblumenlieder.

So wurde es ein Konzert, das auf beeindruckend hohem Niveau das Klavierlied der Romantik präsentierte, eingebettet in ein sorgfältig und schön ausgewähltes Programmkonzept.


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