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Von Anastasia Poscharsky-Ziegler  |  25.08.2008  | Netzcode: 1511091
Wunsiedel

Tödliche Intrigen aus dem Chippendale-Sessel

Nein, das städtische Rom kann die oberfränkische Felsenbühne im Fichtelgebirge wirklich nicht darstellen. Aber das ist auch nicht nötig bei Giacomo Puccinis Oper "Tosca" - dem zeitlosen Drama um Liebe, Sex, Politik, Macht und Intrige mit den allerschönsten Arien "Vissi d'arte" und "E lucevan le stelle".

Das Gastspiel der Landesbühnen Sachsen fesselte die 1800 Premierenbesucher am Samstag über 135 Minuten mit einer behutsam abgewandelten Inszenierung von Horst O. Kupich, die das Geschehen nicht auf die historischen Tage des 17. und 18. Juni 1800 festnagelt, sondern zwischen dem Gestern und Heute balancieren lässt. Das Bühnenbild lässt die Naturbühne (mit blutrot angestrahltem Hauptfelsen) prächtig gelten und ist neben drei zeitweise leuchtenden Bilder- und Türrahmen nur mit dem allernötigsten Mobiliar und einer völlig hilflosen weißen Madonna bestückt.

Schmachtende Flöten



Unter italienischer Stabführung von Generalmusikdirektor Michele Carulli entwickelt das mittelgroße Orchester fein differenzierend galante Italianitá durch süße Geigen, sehnsüchtig schmachtende Flöten, romantisches Glockenspiel und gefährlich tiefes Blech, so dass die deutsche Fassung (Günther Rennert) fast nicht mehr stört.

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