Mit einem hervorragenden Serenadenkonzert endet der Schwarzenfelder Musiksommer
Schon zehn Jahre lang prägten musikalische Kostbarkeiten und Raritäten, auf hohem Niveau dargeboten, die Veranstaltungsreihe, meinte der Initiator des Musikfestes, Josef Blank, einleitend und wies auf ihre Wichtigkeit für die Kultur in der Region hin. Das Serenadenkonzert, das am Sonntag den Schlusspunkt setzte, zeigte den hohen Anspruch und das große Engagement der ausführenden Künstler, woraus bester Hörgenuss resultierte.
Händels Harfenkonzert B-dur op 4/6 eröffnete den Reigen der dargebotenen Werke. Veronika Ponzer gelang das Kunststück, fast improvisatorisch frei zu wirken, dabei ohne aufgesetzte Temposchwankungen, sondern nur, indem sie ihrer Harfe die Töne so entlockte, als würde sie gerade spannende Melodien neu erfinden. Das Kammerorchester der "Bayerischen Kammerakademie" begleitete hochkonzentriert und motiviert. So gespielt, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass das Werk ursprünglich für Orgel konzipiert ist. Josef Blank betreute den Solopart im folgenden Konzert für Oboe, Harfe und Streichorchester von William Alwyn, einem Komponisten des vergangenen Jahrhunderts, der wie fast alle seiner englischen Kollegen Modernismen nicht so weitgehend verfocht wie französische oder deutsche Tondichter.
Mit einem hervorragenden Serenadenkonzert endet der Schwarzenfelder Musiksommer
Oboe behauptet sich
Ein Werk voller Dramatik, in dem sich die Oboe, von Blank meisterhaft gespielt, oft genug gegen die geballte Tonkraft der Streicher behaupten muss. Nur das Holzblasinstrument Oboe vermag das, sowohl im schwermütigen Andante als auch im gleichermaßen rubato zu spielenden Vivace Die Kammerakademie unter dem feinen Dirigat von Graham Buckland war gleichwertiger aufmerksamer Partner bis in den leise verklingenden Schluss.
Nach der Pause ein besonders gelungener Beweis dafür, dass italienische Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts auch faszinierende Orchestermusik schrieben: Das Flötenkonzert e-moll von Saverio Mercadante ist ein Glanzstück für jeden Flötisten, und so spielte es Jörg Krämer auch. Leicht beschwingt der Anfangssatz, etwas melancholisch das Andante, die Virtuosität der Flöte herausfordernd das Finale: Der Hörgenuss war ungetrübt.
Das letzte, leider recht unbekannte Werk des Abends war von einem englischen Klassiker der Moderne, von Benjamin Britten. Die "Serenade für Tenor, Horn und Streicher" op 31 umfasst eine mit kühnen Harmonien gespickte Darstellung von Stimmungen, die durch Überschriften charakterisiert sind und als Vorlage Gedichte englischer Dichter aus dem 16. bis 19. Jahrhundert benutzen.
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Raritäten auf der Bühne
Werner S. Braun sang mit seiner volltönenden Tenorstimme, Johannes Kaltenbrunner steuerte einen dunklen Hornklang bei. Graham Buckland und die Kammerakademie umrahmten verhalten oder fordernd je nach den Vorgaben der Musik die Betrachtungen über den Übergang vom Tag zur Nacht, vom Leben in den Tod, vom Glück in die Trauer, von den hellen in die dunklen Aspekte des Daseins. Auch dieses Werk wäre öfter hörenswert und es ist ein Verdienst der ausführenden Musiker, sich vernachlässigten Stücken so engagiert anzunehmen. So bleibt nur zu wünschen, dass auch im kommenden Jahr an solche hervorragenden Leistungen angeknüpft wird.
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