Erfahrungen im Raum Neumarkt zeigen: Jagdbetrieb wird beeinträchtigt
Muglhof. (ror) Die bei Matzlesrieth angedachten Windkrafträder würden das Jagdwesen stark in Mitleidenschaft ziehen. Diese Befürchtung wurde bei der Informationsveranstaltung der Jagdgenossenschaft am Samstag laut. Jagdberater Herbert Burger bezog zum Thema "Windkraftanlagen und die Jagd" Stellung und zog dafür die Erfahrungen im Landkreis Neumarkt heran.
Ein Blick auf die von der Bezirksregierung im Januar veröffentlichen Übersichtskarte zeigt, dass der Landkreis Neumarkt in Sachen Windkraftanlagen eine Vorreiterrolle übernommen hat. Dort wurden die ersten Anlagen bereits vor fünf Jahren errichtet. Zwischenzeitlich stehen dort bereits zehn Windräder. Burger hat daher Erkundigungen vom Landratsamt Neumarkt eingeholt und von einem Revierpächter der Gemeinschaftsjagd Wirbenz. Dort stehen zwei Windkraftanlagen.
Probleme schon beim Bau
Übereinstimmend erhielt er die Auskunft, dass es schon zu Beginn der etwa einjährigen Erschließungs- und Bauphase zu erheblichen Beeinträchtigung der Jagd gekommen sei Hinzu kam anschließend ein umfangreicher Anlagentourismus von Interessierten und Neugierigen. Ferner berichtete der dortige Pächter, dass die Betriebsgeräusche dieser Anlagen letztlich eine Versetzung seiner Jagdeinrichtungen erforderlich gemacht habe.
Aufgrund des raschen Licht-/Schattenwechsel durch die Rotorblätter würde Schalenwild das Umfeld der Anlagen meiden, hieß es weiter. Während der dreijährigen Betriebszeit sei kein Gewöhnungseffekt eingetreten, das Rehwild sei ferngeblieben. Erfahrungswerte über diese drei Jahre hinaus, lägen nicht vor.
Von (ror) |
22.07.2008
| Netzcode: 1469860
Muglhof
Windräder schlagen Rehe in die Flucht
Erfahrungen im Raum Neumarkt zeigen: Jagdbetrieb wird beeinträchtigt
Burger verwies darauf, dass das Vorliegen sowie der Umfang der Jagdbeeinträchtigung durch die Jagdgenossenschaft im Rahmen des Immissionsschutzverfahrens geltend gemacht werden müsse. Er empfahl, im Rahmen des erforderlichen Genehmigungsverfahrens eine für die Genossenschaft und ihre Pächter auf lange Sicht vertretbare Lösung zu finden und zu sichern.
Privilegierte Vorhaben
Gerhard Zimmet, Mitglied der "Bürgerinitiative gegen Windkraft im Naturpark Oberpfälzer Wald", sprach von Abschreibungsmodellen. Diese seien im Stadtgebiet erst durch die Aufhebung eines Stadtratbeschlusses aus dem Jahr 2004 möglich geworden. Die bis zu 191 Meter hohen Anlagen produzierten in erster Linie Geld für den Betreiber, meinte er. Erleichtert werde die Errichtung dadurch, dass diese als privilegiertes Vorhaben gelten. Von vornherein verhindern, könnten dies nur Grundstücksbesitzer, denn "wo kein Grund, da kein Windrad", sagte Zimmet.
In die gleiche Richtung appellierte der stellvertretende Jagdvorstand, Franz Voith. Er stellte den Naturaspekt in den Vordergrund. Mit dem Argument "Ich will nicht, dass unsere Natur durch die Monster kaputt gemacht wird" habe er bereits einen interessierten Investor abblitzen lassen. Voith verwies zudem auf die nunmehr über 30-jährige Verbundenheit mit den Jagdpächtern. Diese Zeit sei stets harmonisch verlaufen. Ob dies nach Errichtung von Windrädern noch der Fall sein werde, sei zu bezweifeln. "Die Harmonie ist dann wohl dahin", so Voith.
Von (ror) |
22.07.2008
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Muglhof
Windräder schlagen Rehe in die Flucht
Erfahrungen im Raum Neumarkt zeigen: Jagdbetrieb wird beeinträchtigt
Pachtverträge gefährdet
Auch die anwesenden Jagdpächter gingen auf die Ausführungen von Herbert Burger ein. Danach sei, falls der Windpark erstellt werde, eine ordnungsgemäße Ausübung der Jagd nicht mehr möglich. Daher könnten die Pachtverträge in der jetzigen Form nicht fortgesetzt werden. Im Waldgebiet des Jagdbogens 2 sind nach bisherigem Kenntnisstand fünf Windkrafträder vorgesehen. Sollten diese kommen, dann werde er sofort aus dem Pachtvertrag aussteigen, sagte Jagdpächter Alfred Meiler.
Es wurde noch darauf hingewiesen, dass die Jagdgenossenschaft einen Jäger bezahlen müsste, falls das Gebiet nicht verpachtet werde. Mit anderen Worten, so Jagdvorsteher Hans Schönberger, man werde dann keine Jagdpacht mehr erhalten, sondern man müsste etwas bezahlen.
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hubertus (195.145.x.x) | 28.07.2008 07:44 Uhr
In meinem Revier stehen bereits seit 6 Jahren sechs WIndkraftanlagen auf einer Fläche von 20 ha. Sicherlich müssen wir uns nach alternativen Energien umsehen. Auch ich bin kein Freund vom Atomenergie. Aber gehört der Lärm durch die Rotation, der negative Einfluss durch Licht und Schatten auf das Wild, sowie das Erscheinungsbild in unserer schönen Landschaft zu dem Preis den wir dafür zahlen müssen? Gibt es nicht Bereiche und Gebiete in denen wir solche Monster in die Landschaft setzen können. Mir stellt sich die Frage, was wohl schlimmer ist, der Geruch der ausgebrachten Reste der Biogasanlagen, der Lärm und das Landschaftsbild der Windkraftanlagen oder vielleicht ein ständiges Verstrahlungsrisiko der Atommeiler. Nach nun 6 Jahren der Windkraftanlagen kann ich folgendes berichten. Von den Schalenwildarten haben sich zuerst Schwarz- und später auch Rehwild an Licht und Schatten, selbst an den Lärm gewöhnt. Rotwild, das fast täglich an dieser Stelle austratt ist und bleibt diesen Gebiet fern. Niederwild wie der Hase hat selbst den Bereich unmittelbar an den Windrädern, der bepflanzt wurde angenommen. Fledermäuse mußten erst jahrelang sterben, bevor man darauf reagierte und zusätzliche Geräuschleisten an den Rotorblättern anbrachte. DIese Leisten sorgen nun dafür, dass das Ultraschallsystem der Fledermäuse nicht mehr gestört wird.
Die Politik ist nun gefragt, nicht MIliarden in die Entwicklungshilfe anderer Länder zu stecken, sondern sich um die Probleme im eigenen Land zu kümmern.
Ich bin überzeugt es werden sich noch andere alternative Energien mit weniger negativen Auswirkungen finden.
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