Anspruchsvolles Programm auf höchstem Niveau dargeboten - Veranstaltung im Rahmen von "Siemens classic Amberg"
Die Bamberger Symphoniker gastieren in Amberg - das gab es zuletzt vor über 50 Jahren. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich dieses A-Orchester einen weltweiten Ruf als exzellentes und auf höchstem Niveau agierendes Orchester erarbeitet. Unter dem jungen britischen Gastdirigenten Robin Ticciati und mit dem Pianisten Rudolf Buchbinder war die Erwartungshaltung unter den kulturinteressierten Zuhörern im restlos ausverkauften Amberger Congress Centrum entsprechend hoch angesiedelt und wurde mit einem anspruchsvollen Programm sogar noch übertroffen.
Smetanas Zyklus "Mein Vaterland" ist jedem Musikliebhaber ein Begriff. Die symphonische Dichtung "Die Moldau" aus diesem Zyklus markiert einen Höhepunkt in der malerischen Tondichtung des 19. Jahrhunderts. Mit dezentem Einsatz wurde die Quelle mit ihrer sprudelnden Leichtigkeit begonnen, durchsichtig und ausgewogen im Klang ließ das Orchester die einzelnen Stationen der Moldau deutlich erkennen, so dass man sie eigentlich auch ohne Überschriften im Programmheft nachvollziehen konnte. Mit großer Spielfreude schuf das Orchester gleich zu Beginn einen ersten Höhepunkt.
Anspruchsvolles Programm auf höchstem Niveau dargeboten - Veranstaltung im Rahmen von "Siemens classic Amberg"
Beethovens Klavierkonzerte gehören mit zu den anspruchsvollsten seines Genres. Mit Rudolf Buchbinder trat einer der besten Beethoven-Interpreten unserer Tage auf die Bühne. Er gestaltete die einzelnen Sätze des Konzerts derart intensiv und farbenreich, dass es eine Freude und ein Genuss war, zuzuhören. Lyrisch, fast düster zu Beginn des 1. Satzes nach dem großen Orchestervorspiel, sanft zurückhaltend im Largo, perlend brillant, fast verspielt, aber niemals grob im furiosen Finale, zeigte er seine Extraklasse auf dem Klavier. Nie wirkte er angestrengt oder aufgesetzt, sondern meisterte die schwierigsten Passagen mit einer Leichtigkeit, deren Funke auch vom Orchester sofort in Korrespondenz umgesetzt wurde. Stürmisch umjubelt war zu Recht der Beifall nach dieser "Sternstunde" der Klaviermusik.
Nach der Pause stand mit der 7. Symphonie von Dvorak ein weiteres Schwergewicht der romantischen Symphonik auf dem Programm. Eher düster und beklemmend, teilweise mit schroffen Übergängen zu Beginn steht sie ein wenig im Gegensatz zu den oft unbeschwerten Symphonien des böhmischen Komponisten. Die Bamberger Symphoniker steigerten sich nach einer ausgezeichneten ersten Halbzeit nochmals, und zeigten in beeindruckender Weise, wie selbstverständlich Begriffe wie ausgefeilte Dynamik, Ausdrucksstärke im Klang, Intonationssicherheit, Geschlossenheit in einer großen 14-er Besetzung, Ausgewogenheit zwischen Bläsern und Streichern, Aufmerksamkeit gegenüber dem Ganzen, kurz ein Ergebnis von täglichen gemeinsamen Proben.
Anspruchsvolles Programm auf höchstem Niveau dargeboten - Veranstaltung im Rahmen von "Siemens classic Amberg"
Der junge britische Dirigent Robin Ticciati leitete das Geschehen mit seinen 25 Jahren schon sehr souverän und engagiert, markierte wichtige Übergänge und gestaltete die verschiedenen Schwerpunkte mit großer Übersicht. Man wird in Zukunft sicher noch viel von ihm hören.
Ein kulturelles Highlight dieses Niveaus ist für eine Stadt wie Amberg keine leichte Herausforderung, allein schon wegen der hohen Kosten für ein derart renommiertes Orchester. Dabei ist es ein wahrer Glücksfall, dass mit Siemens in Amberg ein potenter und mit seinem Standortleiter Dr. Erich Voss auch ein kulturell hoch interessierter Partner gefunden wurde, so dass ein derartiger Kunstgenuss für ein dankbares Publikum ermöglicht wurde. "Siemens classic Amberg", unter diesem Titel lassen sich hoffentlich auch in Zukunft Schwergewichte der deutschen Musikklassik nach Amberg holen, aber bitte nicht erst wieder in 50 Jahren!
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