Berliner Martin-Gropius-Bau würdigt mit Ausstellung "Filmpionier und Medienhandwerker" Karl Valentin
"Ich behaupte, dass dieser ganz große, durchaus einmalige Komödiant, wäre er als junger Mensch nach Hollywood gekommen, Chaplins Ruhm erreicht hätte, und dies mit vollem Recht." Die Worte des bayerischen Schriftstellers Oskar Maria Graf (1894- 1967) sind in einer Ausstellung über Karl Valentin anlässlich seines 60. Todestages (9. Februar) zu lesen, die im Berliner Martin-Gropius-Bau öffnet. Die Ausstellung des Filmmuseums Düsseldorf und des Deutschen Filmmuseums Frankfurt am Main mit dem Titel "Filmpionier und Medienhandwerker" wurde für Berlin erweitert - unter anderem mit Valentins Auftritten in der damaligen Reichshauptstadt.
Briefe, Plakate, Filme
Zu sehen sind über 300 Fotos, Original-Handschriften, Briefe, Zeichnungen, Plakate, Filme, Schallplatten und andere Objekte. Es ist ein Einblick in das beeindruckend vielfältige "multimediale Gesamtkunstwerk von Kino, Bühne, Rundfunk, Schallplatte und fotografischer Selbstinszenierung", wie die Veranstalter betonen. Gewürdigt wird der "Gesamtkunstwerk-Künstler" Valentin zusammen mit seiner Partnerin Liesl Karlstadt.
Berliner Martin-Gropius-Bau würdigt mit Ausstellung "Filmpionier und Medienhandwerker" Karl Valentin
Für Valentins Nachlassverwalter Gunter Fette sind die Worte Oskar Maria Grafs über die Bedeutung des bayerischen Komikers und Schauspielers Karl Valentin bis heute noch nicht auf eine angemessene Resonanz in seiner Heimatstadt München gestoßen. Zum 125. Geburtstag des Komikers habe es im vergangenen Jahr große Ausstellungen in Düsseldorf und Frankfurt am Main, aber nicht in München gegeben. "Wir hatten doch schon eine Ausstellung zum 100. Geburtstag", habe man im Stadtmuseum gesagt, berichtete Fette in Berlin. "Die haben in Bayern noch immer nicht begriffen, welchen Stellenwert Valentin in der Kunstgeschichte hat. Im Ausland sieht das ganz anders aus. Seine Stücke werden in vielen Sprachen nachgespielt." Am Isartor gibt es in München ein "Valentin-Karlstadt-Musäum", was eher als Kuriositäten- Kabinett anzusehen ist.
Verarmt und vergessen
Der bayerische Komiker, als Valentin Ludwig Fey 1882 geboren, starb vor 60 Jahren am 9. Februar 1948 in seinem Haus in Planegg bei München verarmt, halbverhungert und von vielen seiner Zeitgenossen damals so gut wie vergessen. Heute ist das Münchner Multitalent, den berühmte Zeitgenossen wie Bertolt Brecht oder Kurt Tucholsky schätzten, wieder Kult und auch bei vielen jüngeren Menschen populär, nicht zuletzt seines Sprach- und Wortwitzes wegen mit Sprüchen wie "Mögen hätt' ich schon wollen, aber dürfen hab' ich mich nicht getraut". Auch andere Valentin-Sätze sind "Volksgut" geworden wie "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" oder "Unsere Nachbarn haben uns Theaterkarten geschenkt - was haben die gegen uns?".
Berliner Martin-Gropius-Bau würdigt mit Ausstellung "Filmpionier und Medienhandwerker" Karl Valentin
Im Zentrum der Ausstellung steht der komplexe Medienbezug seines Werkes. Karl Valentins groteske Bühnen-, Film- und Sprachenwelt sowie sein experimentelles, komisches Spiel mit verschiedenen Medieneffekten wird illustriert und dargestellt. Eine Technik- Obsession, sichtbar in Objektverwandlungen und Zweckentfremdungen von Handwerkszeug und Requisiten, durchzieht seine gesamte Werksgeschichte.
"Lebende Karikatur"
Valentin erzielte als "lebende Karikatur" eines "armen mageren Mannes" mit seinen sprachspielerischen Texten bald große Erfolge, die allerdings von früh an schon von seiner "zweiten Hälfte" Liesl Karlstadt mitgetragen wurden.
Zu der Ausstellung der Berliner Festspiele in Zusammenarbeit mit den anderen Museen ist auch ein Katalog "Karl Valentin. Filmpionier und Medienhandwerker" (19,90 Euro) erschienen. Die Ausstellung ist bis zum 21. April zu sehen.
Künstler Asisi will Panoramagemälde zerstören lassen
Der Berliner Künstler Yadegar Asisi will sein 100 Meter langes und 30 Meter hohes Panoramagemälde "Rom 312" im Leipziger Panometer in aller Öffentlichkeit zerstören.
Das Rundgemälde soll an 1.
mehr...
2009 ist das offizielle Schillerjahr: Ausstellungen und Inszenierungen zum 250. Geburtstag des großen Dichters
Für die einen ist und bleibt er der deutsche Shakespeare, für andere ein "Attitüden-Held" und "Moraltrompeter". 2009 wird Friedrich Schiller aber wieder gefeiert - vor allem natürlich in Marbach am
mehr...
Neue Vortragsreihe im Internationalen Keramik-Museum startet am15. Januar
Mit zwei neuen Referenten, Arnulf Schlüter und Roxane Bicker, jungen Ägyptologen mit Magisterabschluss, die bewährte Mitarbeiter des Ägyptischen Museums München sind, startet das Internationale
mehr...
"The Dark Knight" räumt bei US-Publikumspreisen ab
Der düstere Batman-Film "The Dark Knight" von Regisseur Christopher Nolan hat die Top-Preise des amerikanischen Publikums gewonnen. Bei der Vergabe der "People's Choice Awards" am Mittwochabend
mehr...
"Baader Meinhof" für britischen Filmpreis nominiert
Das deutsche RAF-Drama "Der Baader Meinhof Komplex" ist für den Preis der britischen Filmakademie (BAFTA) nominiert worden. Die Eichinger-Produktion, bei der Uli Edel Regie führte, geht in der
mehr...
Globalisierungskritik im Zigarrendunst: Dramatiker und Whiskeyfreund Heiner Müller wäre 80 Jahre
Heiner Müller wäre über die Weltfinanzkrise wohl nicht sonderlich überrascht. Im Dunst seiner geliebten Zigarren und mit einem Glas Whiskey in der Hand würde er darüber sinnieren, woher das Elend
mehr...
Beschwingter Neujahrs-Zauber: Das Alt-Wiener Strauss-Ensemble begeistert im Bayreuther Opernhaus
Beim traditionellen Neujahrskonzert im Bayreuther Opernhaus brachte das Alt-Wiener Strauss-Ensemble unter der Leitung von Ralph Kulling am Dreikönigstag seinen Zuhörern wieder einmal die bekannten
mehr...
Kartenlose Kammermusik-Leckerbissen: Die Schlosskonzerte Fockenfeld in Konnersreuth bieten heuer elf Veranstaltungen
Immer sonntags um 17 Uhr erwartet einmal im Monat der Rokokosaal von Schloss Fockenfeld die Musikfreunde zum Konzert. Seit der Renovierung der ehemaligen Sommerresidenz der Waldsassener Äbte finden
mehr...
Brand in Anna Amalia Bibliothek: Versicherung zahlt fünf Millionen Euro
Der Versicherungsstreit um Millionenzahlungen für verbrannte Bücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar ist beigelegt. Danach erhält die Klassik Stiftung fünf Millionen Euro von dem
mehr...