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Von Christian Vogl  |  17.02.2007  | Netzcode: 10977682

Kino für Esoterische

USA 2006. R,B: Darren Aronofsky. B: Ari Handel. D: Hugh Jackman, Rachel Weisz, Ellen Burstyn. 97 Minuten.

Haben Sie je daran gedacht, ein Horoskop für Ihre Katze erstellen zu lassen? Dann ist Aronofskys "The Fountain" vielleicht was für Sie - alle Übrigen seien vor dieser Kitschgrube gewarnt.

Poster zu Film The Fountain
In drei intelligent, aber spannungsarm verknüpften Handlungssträngen versucht Regisseur und Autor Darren Aronofsky mit seinem aktuellen Film "The Fountain" dem Mythos vom ewigen Leben nachzuspüren. Nicht etwa in ideologiekritischer Absicht, sondern durch ironiefreies Verwurschteln von heidnischen, jüdisch-christlichen, historischen, medizinischen und astronomischen Motiven.

Das klingt noch weniger anstrengend als es gemacht ist: in gewiss schweißtreibender digitaler Arbeit wurden alle Bilder so sehr auf hübsch getrimmt, dass über weite Strecken die Grenzen zum Kitsch deutllich überschritten sind.

In Zeitschiene eins sucht der Konquistador Tomas (Hugh Jackman) im 16. Jahrhundert im Auftrag der kastilischen Königin Isabella (Rachel Weisz) nach dem Baum des Lebens, der auf dem Dach einer nicht kartographierten Maya-Pyramide stehen soll. Zeitschiene zwei zeigt den Mediziner Tommy Creo (Hugh Jackman) in den U.S.A. der Gegenwart auf der Suche nach einem Heilmittel gegen Krebs - er findet es in einer Baumrinde(!), zur allgemeinen Überraschung. Zeitschiene drei befindet sich anscheinend am Ende der Zeit: ein Raumfahrer (Hugh Jackman), wohl derselbe Tommy oder eine Reinkarnation, reist einer vorher im Film von einer krebskranken Literatin - Gattin (Rachel Weisz) des genannten Creo - thematisierten Supernova entgegen. So wie die Galaxie zum Schwarzen Loch kollabiert, soll angeblich der Tod des Astronauten die Menschheit oder zumindest ihn selbst vom Tod erlösen und (metaphorisch? wörtlich?) zurück ins Paradies führen. So stockreaktionär tritt uns selten einer entgegen.

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