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Von Ulrike Cordes, dpa  |  27.11.2008  | Netzcode: 1622160

Mit Schiller im Shangri-La der Stars

"New York für Anfänger": Komödie mit Simon Pegg, Kirsten Dunst und Jeff Bridges

Es ist ein klarer Fall von "Bauer in der Stadt": Vierschrötig, rotgesichtig und in den falschen Klamotten landet der Engländer Sidney (Simon Pegg) in New York, um beim führenden Celebrity-Magazin "Sharps" des smarten Clayton Harding (Jeff Bridges) zu arbeiten. Schon als kleiner, mutterloser Junge hatte er davon geträumt, ein Freund der Stars zu werden und über ihr Glamour-Leben zu berichten.

Sidney Young (Simon Pegg) und Kollegin Alison
Sidney Young (Simon Pegg) und Kollegin Alison Olsen (Kirsten Dunst) verstehen sich langsam besser. Bei einer Goldfisch-Bowle tauschen sie Ideen und Gedanken aus. Bilder: Concorde
Doch wie ein naher Verwandter von Mr. Bean macht Sidney alles falsch, was man nur falsch machen kann - schließlich killt er sogar aus Versehen das Hündchen der heißen Newcomerin Sophie Maes (Megan Fox), die er eigentlich für sich gewinnen will. Auch verkennt der sympathische Tölpel lange, welch wertvolle Helferin er in der Redakteurin Alison (Kirsten Dunst, "Spider-Man") zur Seite hat.

Die Story klingt vorhersehbar und nicht besonders originell, beruht allerdings auf den scharfzüngig ausgefallenen Erinnerungen des Schriftstellers Toby Young, der einmal bei "Vanity Fair" landen wollte. Filmemacher Robert Weide ("Lass es, Larry!") schuf daraus die eher harmlos heitere Komödie "New York für Anfänger".

Karrierekampf mit Intrigen



Chefredakteur Clayton Harding (Jeff Bridges).
Chefredakteur Clayton Harding (Jeff Bridges).
Dank einigem Wortwitz und gefälligem Klamauk, ordentlichen Darstellern und schicker Szenerie dürfte die ein junges Publikum immer noch locker unterhalten. Sehr geistreich oder hintergründig geriet seine Satire auf Society und Medienwelt - man denke dabei an "Der Teufel trägt Prada" - aber nicht. Der Originaltitel "How To Lose Friends & Alienate People" parodiert den Dale-Carnegie-Longseller "Wie man Freunde gewinnt".

Diesen Ratgeber hätte der simple Held aus dem alten Europa tatsächlich gut gebrauchen können - steckt er doch mittendrin im intriganten Karrierekampf der VIPs, hinter deren Styling oft das menschliche Elend steckt. In der Redaktion gelten Regeln, die Sidney erst mühsam und unter Einbeziehung zahlreicher Fettnäpfe lernen muss. Zum Beispiel die: "New Yorker Frauen mögen keine Loser."

Als Manhattan-typischer Winner glänzt hier der von Hollywoodgröße Bridges genussvoll verkörperte Harding: In cooler Haltung und perfektem Maßanzug, mit langer grauer Mähne und Hardcore-Sprüchen ist der 58-jährige ("Seabiscuit", "The Big Lebowski") jeder Zoll ein New Yorker Altyuppie - der indes sein Herz geschickt zu tarnen weiß. Gillian Anderson ("Akte X") inszeniert sich als schrill funkelnde, furienhafte Publizistin und auch Megan Fox macht aus ihrem hoffnungsvollen Starlet ein Kabinettstückchen.

Einstein und Schiller



Redakteur Lawrence Maddox (Danny Huston) und die
Redakteur Lawrence Maddox (Danny Huston) und die Agentin Eleanor Johnson (Gilian Anderson).
Der britische Hauptdarsteller und Komiker Pegg ("Hot Fuzz") und seine berühmte Partnerin Dunst schlagen sich derweil lustig und sympathisch, aber deutlich blasser durch das Shangri-La des schönen Scheins.

Ausgerechnet die weisen Worte zweier deutscher Dichter und Denker sorgen für das glückliche Ende: So zitiert der Film Einsteins Rat, "Versuche nicht, ein Mann des Erfolgs zu werden. Werde lieber ein Mann von Wert". Und sogar Schiller muss herhalten - mit der Mahnung, dass man "die Träume seiner Jugend nicht vergessen soll."

Originaltitel: "How to Lose Friends And Alienate People" - Regie: Robert B. Weide - Darsteller: Simon Pegg, Kirsten Dunst, Jeff Bridges, Danny Huston, Gillian Anderson, Megan Fox - Mu sik: David Arnold - FSK: ohne Altersbeschränkung - Länge: 111 Minuten - Im Internet: www.ny-fuer-anfaenger-de


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