Freunde und Feinde im Genick
"Der Mann, der niemals lebte": Ridley Scotts Thriller mit Russell Crowe und Leonardo DiCaprio
"Vertraue niemandem, betrüge jeden": Nur mit diesem Motto scheint es möglich zu sein, im Krieg zwischen Terroristen und Agenten zu überleben. Um ein Leben zu haben, das über das bloße Überleben hinausgeht, muss man aber auch vertrauen können. Mit "Der Mann, der niemals lebte" ist dem mehrfach für den Oscar nominierten britischen Regisseur Ridley Scott ("Alien", "Blade Runner", "Gladiator") ein spannender Spionagestreifen gelungen.
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| CIA-Agent Roger Ferris (Leonardo DiCaprio, rechts) hat seinen Chef (Russell Crowe) im Nacken. Bild: Warner |
Spionagethriller
In über zwei Stunden bringt der Brite Scott vor dem Hintergrund der komplexen politischen Probleme im Nahen Osten die Geschichte eines CIA-Agenten auf die Leinwand.
"Es ist eine Story über Spionage, die genauso gut im Berlin des kalten Krieges hätte spielen können", erklärt Scott. Ihm geht es vor allem darum, das schmutzige Spionagespiel darzustellen, weniger, politisch Partei zu ergreifen. Die Handlung ist einfach: Nach Bombenattentaten in westlichen Großstädten sind die Täter weiterhin unbekannt, die CIA ist ratlos. Da entdeckt Ferris (DiCaprio) - Topagent des US-Geheimdienstes im Nahen Osten - eine heiße Spur zu einem führenden Terroristen, der von Jordanien aus arbeitet.
Um den Terror-Scheich zu überlisten, ist er gezwungen, ein diplomatisches Netz zu flechten, bei dem es im Spiel um Wahrheit oder Lüge am Ende um sein eigenes Leben geht. Ferris' ambivalenter Mit- und Gegenspieler ist der gewissenlose CIA-Boss Ed Hoffmann (Crowe), der aus der Ferne über hochaufgelöste Satellitenbilder agiert und Bombardierungen per Telefon anordnet, während er seine Kinder zum Fußball bringt. Das oberste Gesetz der Agenten, ist niemandem zu trauen, aber ohne Freunde nützen Ferris vielleicht auch alle beruflichen Beziehungen nichts, um sein Leben zu retten.
Big Brother im All
Die Wahrheit verfremdenden Satellitenbilder, die die schlimmsten Kriegsereignisse je nach Auflösung so deformieren, dass am Ende trotz der hochtechnischen Mittel von der Realität nur noch ein lügenhafter Abklatsch bleibt, werden zum Symbol.
Und so ist Ridley Scott ein durchaus politischer Streifen gelungen, ein Film gegen den Krieg und eine Anklage gegen die US-Außenpolitik der vergangenen Jahre.
Originaltitel: "Body of Lies" - Regie: Ridley Scott - Darsteller: Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Golshifteh Farahani, Oscar Isaac, Simon McBurney, Alon Aboutboul - Musik: Marc Streitenfeld - Prädikat: besonders wertvoll - FSK: ab 16 - Länge: 128 Minuten - wwws.warnerbros.de/bodyoflies
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