Zerbrechliches Wesen mit Stacheln
"Julia": Die Britin Tilda Swinton als einsame Frau auf dem Weg nach unten
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| Tilda Swinton. Bild: Kinowelt |
Swinton ist "Julia", eine Säuferin, Amateurnutte und notorische Lügnerin. Bei einem Treff der Anonymen Alkoholiker lernt sie Elena (Kate del Castello) kennen. Die Mexikanerin bittet Julia darum, ihren beim schwerreichen Großvater lebenden Sohn Tom (Aidan Gould) zu entführen. Das Lösegeld soll geteilt werden. Wieder einmal verzweifelt auf der Jagd nach Dollars, zieht Julia den Coup allein durch. Doch mit der Verzweiflungstat entfesselt sie geradezu einen Orkan brutaler Gewalt.
Schonungslose Bilder
Die Wirkung des Films auf den Zuschauer hängt enorm davon ab, ob er sich Swintons Performance hingeben kann oder nicht. Derart schonungslos wurde der Verfall einer Frau durch Alkoholmissbrauch im Kino wohl noch nie gezeigt. Swinton beschönigt nichts, ob sie die Protagonistin nun betrunken zeigt oder bei schmierigem Sex. Besonders interessant ist daneben, wie sie die Gefühlskälte der Frau aufdeckt, ohne sie als Luder zu denunzieren. Julia wird durchaus als Opfer einer Gesellschaft gezeigt, in der fast nur noch die Stromlinienförmigen und Angepassten Aussicht auf dauerhaften Erfolg haben.
Schade, dass die Handlung logische Fehler aufweist, die das Geschehen unglaubwürdig erscheinen lassen und die Spannung nehmen.
Regie: Erick Zonca - Darsteller: Tilda Swinton, Saul Rubinek, Aidan Gould, Kate del Castillo, Jude Cicolella, Bruno Bichir, Horacio García Rojas - FSK ab 16 - Länge: 138 Minuten - Im Internet: www.julia.kinowelt.de
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