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Von Ulrike Cordes, dpa  |  15.05.2008  | Netzcode: 1378733

Hit aus Italien

Tragikomödie: "Mein Bruder ist ein Einzelkind"

Accio (Elio Germano, links) und Manrico (Riccardo
Accio (Elio Germano, links) und Manrico (Riccardo Scamarcio). Bild: Kool
Sie nennen ihn "das Ekel". Accio, der Jüngere und eigentlich Schüchternere von zwei Brüdern, ist stets auf Krawall gebürstet: Unzufrieden als Schüler eines Priesterseminars, starrt er den Frauen nach und tritt aus Trotz der neofaschistischen Partei bei. Sein Bruder Manrico hingegen, ein attraktiver Latin Lover, meint "Jesus war ein Revolutionär" und agitiert bei den Kommunisten.

Humorvoller Bruderkampf



Die Entwicklungen und Kabbeleien der beiden Arbeitersöhne, die sich auch noch in dasselbe Mädchen verlieben, bündelt Regisseur Daniele Luchetti zu einem überwiegend humorvollen Porträt der jugendbewegten sechziger und siebziger Jahre in Italien. Dort sahen bereits weit mehr als eine Million Kinobesucher die von Schlagern der Zeit untermalte Tragikomödie. Sympathisch unverbraucht und lebensnah wirkende Schauspieler bilden ohnehin den dicksten Pluspunkt der oft erfrischenden Arbeit des angesehenen 47-jährigen Regisseurs ("Il Piccolo Maestri", 1998): Voller Charme und Schwung agieren nicht nur Germano als titelgebendes, ruppiges "Einzelkind" und Riccardo Scamarcio als umschwärmter und schwärmerischer Erstgeborener. Auch Angela Finocchiaro und Massimo Popolizio als entnervte Eltern sowie Luca Zingaretti als väterlicher Freund und verschrobener, später Mussolini-Fan gehören zum Kaleidoskop skurriler Charaktere, denen man gern zusieht.

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