Zum Artikel: Zum Kinoprogramm

Zum Kinoprogramm

Alle Filme der Oberpfalz

mehr...
Zum Artikel: Kurz notiert

Kurz notiert

Weitere Neustarts dieser Woche

mehr...
Zum Artikel: Seelenvolle Erzählung

Seelenvolle Erzählung

Noch ein Familiendrama: "So viele Jahre liebe ich Dich"

Der Augenaufschlag der Kristin Scott Thomas ist einfach bezaubernd. Wie nur wenige Schauspielerinnen ihrer Generation versteht sie es meisterhaft, einer von ihr interpretierten Figur ein Geheimnis zu geben. mehr...
Von Barbara Munker, dpa  |  15.05.2008  | Netzcode: 1378651

Ballermänner in Belgien

"Brügge sehen... und sterben?": Schwarzhumorige Komödie mit Colin Farrell und Ralph Fiennes

Schon der Titel verrät, dass dies keine gemütliche Reise durch das vorweihnachtlich verschneite Brügge wird. Es ist ein Zwangsurlaub für die Auftragskiller Ray (Colin Farrell) und Ken (Brendan Gleeson), die nach einem verpatzten Mord in London von ihrem Boss Harry (Ralph Fiennes) dazu verdonnert werden, in der mittelalterlichen belgischen Stadt eine Weile abzutauchen.

Ray (Colin Farrell, rechts) und Ken (Brendan
Ray (Colin Farrell, rechts) und Ken (Brendan Gleeson): Auftragskiller auf Zwangsurlaub in Brügge. Bilder: Tobis
Für die Zuschauer beginnt damit ein Wechselbad von Sightseeing, Schlägereien, surrealen Szenen und sensiblen Einblicken in das Innenleben der ungleichen Mörder mit ihren sanften Seiten. Der gebürtige Ire Colin Farrell, der im richtigen Leben als trinkfester Frauenheld schon öfter für Schlagzeilen sorgte, spielt auf den ersten Blick genau diese Rolle.

Er säuft aus Langeweile, haut Frauen und Drogendealer an, schlägt sich mit Touristen und verflucht das langweilige Brügge. Brendan Gleeson mimt den besonnenen Killer-Kumpel, der mit Reiseführer durch Museen und alte Gassen läuft und sich als väterlicher Freund um den jüngeren Kollegen sorgt.

Es hätte leicht zum abgedroschenen Streifen über ein ungleiches Mörder-Paar auf der Flucht werden können. Doch der Londoner Theaterautor Martin McDonagh mixt in seinem packenden Spielfilmdebüt schwarzen Humor, Action und Gaunerwitze mit tieferen Fragen über Reue, Sühne und den Sinn des Lebens gekonnt zusammen.

Cholerisch: Ralph Fiennes als Harry.
Cholerisch: Ralph Fiennes als Harry.

Humor und Action



"Es ist eine Art schwarze Komödie über Verzweiflung", sagte McDonagh der "New York Times". "Doch das werden sie so bestimmt nicht auf das Filmplakat schreiben", witzelte der 38-jährige Brite vor dem Filmstart in den USA. Auch wenn "Brügge sehen ... und sterben?" mit nur siebeneinhalb Millionen Dollar Einnahmen an den US-Kinokassen kein großer Knüller war, so kann sich McDonagh mit durchweg guten Hollywood-Kritiken trösten.

Seit den späten 90er Jahren gilt McDonagh als Star und Schriftsteller mit großer Zukunft am englischen Theaterhimmel. Seine Theaterstücke, darunter "Der Kissenmann" und das blutig-makabre IRA-Drama "Der Leutnant von Inishmore", brachten ihm bereits vier Tony-Nominierungen und zwei Olivier-Awards ein. Die "New York Times" feierte ihn als den "möglicherweise originellsten irischen Schriftsteller seit Jahren". Mit seinem ersten Kurzfilm, "Six Shooter", holte er sich 2006 einen Oscar.

Die Idee für "Brügge sehen... und sterben?" sei ihm tatsächlich bei einem Besuch in der belgischen Stadt gekommen, erzählt McDonagh. Er sei damals von ihrer Bilderbuch-Schönheit ganz beeindruckt gewesen, hätte sich aber schon am zweiten Tag gelangweilt, "weil es so klein ist und man jeden Platz dann schon zweimal gesehen hat".

Das Lachen gefriert



Jeder Anflug von Langeweile wird spätestens im letzten Drittel des Films mit der Ankunft von Harry in Brügge vertrieben. Mit kaltem Ton und eisigem Blick mimt Ralph Fiennes den skrupellosen Boss, der einen verhängnisvollen neuen Auftrag verteilt. Mit den Blutlachen im Schnee gefriert am Ende auch das letzte Lachen der Zuschauer.

Originaltitel: "In Bruges" - Regie: Martin McDonagh - Darsteller: Colin Farrell, Brendon Gleeson, Ralph Fiennes, Clémence Poésy - Musik: Carter Burwell - FSK: ab 16 - Länge: 105 Minuten - www.brueggesehenundsterben.de



Kommentare
Ihre Kommentare werden veröffentlicht in Kooperation mit der best webnews GmbH, Köln.

Kleine Despoten in Schuluniformen

"Die Perlmutterfarbe": Unterhaltsamer Jugendfilm von Marcus H. Rosenmüller über Lügen und Mitläufer

Es ist das grauenhafte Gefühl, etwas ausgefressen zu haben. Schuld zu sein, aber es nicht zugeben zu wollen, auch wenn andere als vermeintliche Täter Ärger bekommen. Auch der Münchner Filmemacher mehr...

Kurier mit bombigem Schmuck

Jason Statham rast im Actionstreifen "Transporter 3" durch Europa

Ein Mann und sein Auto: Der Actionstreifen "Transporter 3" schickt den Elitesoldaten Frank Martin (Jason Statham) wieder einmal auf eine schier unmögliche Mission. In seinem Sportwagen soll er ein mehr...
Zum Artikel: Es ist nicht der Sieg, der zählt

Es ist nicht der Sieg, der zählt

"Fightgirl Ayse": Ein türkisches Mädchen verliebt sich in Kung Fu und kämpft gegen alle Konventionen

Sie ist eher ein stiller, zurückhaltender Typ, nur beim Training scheint das dünne, drahtige Mädchen aufzublühen. Dann sprüht sie vor Energie. Die 17-jährige Ayse (Semra Turan) hat nur eine große mehr...
Zum Artikel: Kino-Legenden unter sich

Kino-Legenden unter sich

Robert De Niro und Al Pacino als Polizei-Veteranen in "Kurzer Prozess - Righteous Kill"

13 Jahre, nachdem sie in Michael Manns Gangster-Epos "Heat" gemeinsam vor die Kamera traten, stehen sich Robert De Niro und Al Pacino erneut auf der Leinwand gegenüber. Diesmal aber nicht nur für eine Szene, sondern 100 spannende Minuten. Im Thriller "Kurzer Prozess - Righteous Kill" von Regisseur Jon Avnet jagen die beiden Oscar-Gewinner einem Serienmörder hinterher, der es selbst auf Verbrecher abgesehen hat. mehr...