Film ist kein schneller Fotoroman
Joachim Triers Langfilmdebüt "Auf Anfang" ist witzig, aber nichts weiter
"Ein Film über das Lebensgefühl der Twenty-Something-Generation, so wie einst Francois Truffauts 'Jules & Jim'" - so hoch legt der deutsche Verleih die Latte für Joachim Triers ersten Langfilm. Zu hoch.
|
| Auf Anfang (:reprise). Norwegen 2006. |
Derlei kann selbstverständlich nicht linear inszeniert werden. Trier verwendet meist schnelle Schnitte und immer wieder eine hektische Fotoroman-Technik zur noch weiteren Erhöhung der Schnittfrequenz. Das mag man bei der Einleitung, einer Vision letztlich der gesamten filmischen Zukunft, noch ertragen, ödet aber bald an.
Ein Fotoroman ist kein Film und eigentlich nicht als Kunst vorstellbar. Der "Process" und die "Space Odyssey" fehlen der Gattung, vielleicht notwendigerweise: Zu verloren plumpst er zwischen die Stühle von Fotografie auf der einen, Comic auf der anderen und Film auf der dritten Seite. Wer tief schürft, macht Fotos _oder_ Romane; oder eben Filme mit 24 oder 25 Fotos pro Sekunde.
Foto vs. Fotoroman vs. Film
Ein jüngeres Beispiel für einen verbockten Fotoroman-Film ist der auf der 14. Regensburger Kurzfilmwoche im November gezeigte Nicht-Film "Fremdkörper" von Katja Pratschke: vom Stoff ein hochintelligentes Erneuern des Frankenstein-Motivs im Geiste von Woody Allen, mit hübsch fotografierten hübschen Darsteller/innen - aber leider ein Fotoroman.
|
| Erik und seine gesichtslose Freundin Lillian (Silje Hagen) |
Die Konsequenz: Auf Anfang wurde 2007 als norwegischer Beitrag für die Nominierung zum Oscar vorgeschlagen.
|
| Philips Freundin Kari (Viktoria Winge) ist angeblich schuld an seiner Psychose, deshalb kriegt sie ein Gesicht... |
Kommentare
Ihre Kommentare werden veröffentlicht in Kooperation mit der best webnews GmbH, Köln.



versenden
drucken
Leserbrief
kommentieren


