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Was vom Jahre übrig blieb: Til Schweigers glänzende Komödie "Keinohrhasen" und die Schlachtplatte "AVP 2"
"Keinohrhasen" bei der Arbeit: Anna (Nora Tschirner) und Ludo (Til Schweiger) studieren den Bauplan für ein Klettergerüst. Bild: Warner Bros.
Vor lauter Feiertagen und Jahreswechsel sind zwei Filme doch glatt (fast) untergegangen: Zwei Streifen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten - und doch sind beide auf ihre Art sehenswert. Mit "Keinohrhasen" (115 Minuten, frei ab 6 Jahren) liefert Til Schweiger seinen dritten Film als Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller in Personalunion ab. Er spielt den Klatschreporter Ludo, der vor Gericht zu 300 Stunden sozialen Arbeitsstunden im Kindergarten verdonnert wird - der wird von Anna (Nora Tschirner) geleitet, und die hat mit dem eitlen Gockel noch einige Hühnchen zu rupfen.
Dass sich daraus eine unvermeidliche Liebesgeschichte nach bekanntem Muster entwickelt, ist wenig originell - wie Schweiger, der auch das Drehbuch geschrieben hat, allerdings die Balance aus Slapstick-Gags und intelligentem Humor hält, ist mehr als gut gelungen. Etliche Dialoge sind schlicht genial (man achte auf den Vergleich von Männern mit Pizzen), und die leisen Moment sind nie peinlich. Star des Films ist indes Nora Tschirner: Sie ist das bebrillte Biest zu Schweigers Schönling, spielt ihre Rolle mit staubtrockenem Humor und keckem Charme. "Keinohrhasen" ist noch dazu mit jeder Menge Kurzauftritten bekannter deutscher Prominenz gespickt und bis in die kleinsten Nebenrollen wunderbar besetzt. Mit Abstand eine der besten Komödien des alten Jahres - jetzt noch im Kino.
Was vom Jahre übrig blieb: Til Schweigers glänzende Komödie "Keinohrhasen" und die Schlachtplatte "AVP 2"
Und dann zu etwas völlig anderem: Mit "Alien vs. Predator 2"(93 Minuten, frei ab 18) ist derzeit die zweite große Schlacht der Science-Fiction-Monster in den Kinos. Zum ersten Mal prallten die titelgebenden Viecher der "Alien"- und "Predator"-Filme 2004 aufeinander - damals in einer Pyramide, tief im arktischen Eis. Diesmal liegt das Schlachtfeld der extraterrestrischen Aggressoren mitten in der US-Provinz, deren Bevölkerung zwischen einem einzelnen Predator und Horden von sabbernden Aliens aufgerieben wird.
Der Film ist im Unterschied zum ersten Teil wesentlich heftiger geraten, was Fans der Original-Filme freuen wird. Die Regisseure Colin und Greg Strause schaffen in ihrem ersten Kinofilm sogar etliche spannende und atmosphärisch gelungene Szenen, vor allem, wenn sie aus ihren filmischen Vorlagen munter zitieren. Dialoge und Charaktere sind jedoch grottenschlecht.
Warum "AVP 2" dennoch sehenswert ist? Weil hier auf handgemachte Monsterkämpfe gesetzt wird und man wenigstens mal wieder Gelegenheit hat, die lieb gewonnenen Bestien auf der Leinwand zu sehen - zumindest so lange, bis beide Original-Serien endlich ordentliche Fortsetzungen bekommen.
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