Simon Ellis: Soft
Großbritannien 2007, 35 mm-1:2,35 (CS), Farbe, 14 min, OF
Ein Mann mittleren Alters wird beim Einkaufen von derselben Vorstadt-Gang körperlich bedroht, die bereits seinen Sohn verprügelt hat. In der Folge entspinnt sich eine emotional konzentrierte Debatte über das Recht zur gewaltsamen Gegenwehr, mithin über die Frage nach der richtigen Strategie im Umgang mit Jugendgewalt: Zero Tolerance oder Eindämmen durch gutes Vorbild.
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| Simon Ellis. Foto: BBC London. |
Dabei wird die Debatte nicht mit Worten ausgetragen, diese verlassen bewusst nicht den Rahmen des emotionalen Appells und der faulen Phrase – die Debatte entspinnt sich mit genuin filmischen Mitteln: Mimik und Gestik im Close-Up, Personen-Konstellation, Kameraperspektiven auf die Räume des Eigenheims, das Tempo der Schnitte, der Wechsel zwischen Close-Up und Totaler.
Auch der klischeefreie Einsatz des Lichts überrascht: verlassen sich die meisten Spannungsbögen der filmischen Gewaltdarstellung auf den Einsatz von Zwielicht und Dunkelheit, ist Soft über die ganze Laufzeit hell bis überhell ausgeleuchtet. Ellis prägnante Erzählkunst benötigt keinen doppelten Boden und keine Geheimnisse, um die Zuseher/in bei der Stange zu halten.
Die (gewaltsame) Lösung des Konflikts braucht uns Betrachtende hierbei nicht zufrieden zu stellen, der filmische Weg ist bei solcher Inszenierung schon hinreichendes Ziel.
Weitere Vorführung von Soft im Rahmen der 14. Regensburger Kurzfilmwoche:
Samstag, 24.11.2007, 22 Uhr, Filmgalerie im Leeren Beutel, Betoldstr. 9, Regensburg.
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