Unterhaltung mit Peinlichkeiten
"Clerks II" von Kevin Smith gerät schräg, doch weniger kultig
Oops, Kevin Smith did it again: Zwölf Jahre nach seinem legendären Billig-Indie-Erstling über zwei freakige Ladenangestellte schuf der schräge Regisseur und Autor ("Dogma") im vergangenen Sommer die Fortsetzung "Clerks II". Nun gibt es auch bei uns das Wiedersehen mit den ziellosen Unterdurchschnitts-Typen Dante (Brian O'Halloran) und Randal (Jeff Anderson) aus New Jersey, die wie 1994 ihr Dasein mit versauten Sprüchen, "practical jokes" und scharfsinnigen Anspielungen fristen.
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| Jason Mewes, Kevin Smith: Auch Jay und Silent Bob sind wieder dabei. |
In den USA spielte die trashige Buddy-Komödie mit "Jackass"-Elementen 2006 etwa 24 Millionen Dollar (rund 18 Millionen Euro) ein. Erst äußere Umstände bringen Veränderung in den vergammelten Lifestyle von Dante und Randal - dabei sind die Burschen schon über 30: Wegen eines Kurzschlusses in der Kaffeemaschine fackelt ihr Tante-Emma-Laden "Quick Stop" ab, beide suchen sich einen neuen Job in "Mooby's" Fastfood-Restaurant. Mit ihnen gehen die bekannten Ober- Rumhänger Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith) - Typen, die der 37-jährige Regisseur auch in anderen seiner Filme einsetzt.
Zu dem Quartett gesellt sich als Novize der unschuldige Elias (Trevor Fehrman). Dante will sich eigentlich von seiner resolut- mondänen Freundin Emma (aufgedreht: Smith-Ehefrau Jennifer Schwalbach) trennen und nach Florida umsiedeln lassen, doch dann kommt ihm seine freigeistige Chefin Becky (Rosario Dawson) in die Quere. Langer Rede kurzer Sinn: Für Dante und Randal ist es höchste Zeit, erwachsen zu werden und ihr Leben in den Griff zu kriegen.
Diese pädagogische Botschaft, die bereits in Teil eins anklang, konterkariert Smiths wie gewohnt mit ausufernden Sexual-Flachwitzen: Untermalt von flockiger Popmusik prasselt ein Feuerwerk von Four- Letter-Words auf den Zuschauer nieder. Extreme politische Unkorrektheiten schonen überdies weder Schwarze noch Juden oder Behinderte. Daneben gelingen Smith, der wieder Gaststars wie Jason Lee dabei hat, umwerfende parodistische Zitate aus Filmhits wie "Star Wars" und "Herr der Ringe".
Nicht so provozierend
Fazit: Auch "Clerks II", das im sprachlichen Original sicher am besten genossen werden kann, bietet den Anhängern derber Peinlichkeiten artgerechte Unterhaltung - doch wirkt der Tabu-Bruch längst nicht so provozierend wie in den frühen Neunzigern. Schließlich mutieren Dante und Randal sogar zu braven Mitgliedern der Gesellschaft.
Originaltitel: Clerks II. Regie: Kevin Smith. Darsteller: Brian O'Halloran, Jeff Anderson, Rosario Dawson, Trevor Fehrman, Jennifer Schwalbach, Jason Mewes, Kevin Smith, Jason Lee, Wanda Sykes, Kevin Weisman. Länge: 97 Minuten. www.clerks2-film.de



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