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Von Christian Vogl  |  07.06.2007  | Netzcode: 11023455
Filmtipp: 11. Juni 2007, Regina-Kino Regensburg

Nach der Bombe und nach der Liebe.

Alain Resnais: Hiroshima, mon amour

Filmtipp: 11. Juni 2007, Regina-Kino Regensburg. Der erste Spielfilm des zuvor ausschließlich dokumentarisch arbeitenden Alain Resnais, nach einem Drehbuch von Marguerite Duras. Ursprünglich sollte Resnais eine Dokumentation über die Atombombe drehen, stattdessen produzierte er ein poetisches Film-Manifest gegen den Krieg.

Die Geburt der kinematographischen Moderne aus dem Schock geschichtlicher Katastrophen – das war "Hiroshima, mon amour", Alain Resnais' erster Spielfilm: Ein Fanal, ein Augenöffnen. Bezwingender Aufbruch der Nouvelle Vague, elektrisierender Diskurs über Erinnern und Vergessen, Ästhetik und Moral. Konfrontation mit einer Wirklichkeit, von der sich nicht mehr in traditioneller Manier erzählen lässt, weil sie die Negation des Humanen ist.
(Rainer Gansera in der Süddeutschen Zeitung vom 18. Juli 2006)

Hiroshima, mon amour


Frankreich, Japan 1959, 90 Minuten
Regie: Alain Resnais
Drehbuch: Marguerite Duras
Musik: Georges Delerue, Giovanni Fusco
Kamera: Michio Takahashi, Sacha Vierny
Schnitt: Jasmine Chasney, Henri Colpi, Anne Sarraute
Produktionsdesign: Minoru Esaka, Mayo, Petri, Lucilla Mussini
Darsteller: Emmanuelle Riva, Eiji Okada, Stella Dassas, Pierre Barbaud, Bernard Fresson
Dieser Film hat Epoche gemacht. Nach ihm war das Kino nicht mehr, was es bis dahin war. Resnais glaubt nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts nicht mehr an die Möglichkeit einer geradlinigen Erzählung. Bei ihm verdichten sich die Ereignisse von Jahrzehnten in einem aufgeladenen Augenblick. Vergangenheit und Zukunft sind Teil der „Jetztzeit“, als vielfach gebrochene Erinnerungen und Erwartungen. Im Zentrum steht eine Liebesnacht, die von vornherein „vergeblich“ ist, zwischen einem Japaner und einer Französin in einer Stadt, deren Verwüstung durch die Atombombe fortdauert. Resnais erzählt seine einfache Geschichte als Reflexion über Glück und Verantwortung, Ekstase und Trauer – und die Zeitgeschichte, die Verworfenheit und Bosheit des Menschen spielt stets in die Intimität hinein. Seine Suggestivität verdankt der Film nicht zuletzt dem Drehbuch von Marguerite Duras, diesem alles durchdringenden Trauer- und Sehnsuchts-Gesang, der von der maßlosen Vernichtung genauso zeugt wie von der Möglichkeit der Liebe.
(Ankündigungstext von Helmut Hein im Rahmen der Reihe "Kanon 99" des Regensburger Regina-Kinos.)




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