(AFP)
Steinmeier soll SPD-Kanzlerkandidat werden
Entscheidung fiel offenbar auf Drängen Steinmeiers
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| Steinmeier © AFP / Saul Loeb |
An der eintägigen Klausur unter Leitung von Parteichef Kurt Beck nehmen am Sonntag das Präsidium, die Fraktionsspitze, die SPD-Ministerpräsidenten und die SPD-Bundesminister teil. Gesprächsgrundlage ist ein gemeinsames Papier von Beck und Steinmeier. Schon dieses Tagungsprogramm nährte laut "Spiegel" unter führenden Sozialdemokraten die Erwartung, dass die Spitzenpersonalie an diesem Wochenende entschieden würde - was die Partei noch zurückwies.
Nach "Spiegel"-Informationen führte Steinmeier in den vergangenen Tagen viele Gespräche, auch mit Beck. Dabei habe er den Vorsitzenden von einem schnellen Handeln überzeugt. Beide hätten jedoch Stillschweigen vereinbart. Für Samstagabend dann war laut dem Nachrichtenmagazin eine Sitzung der SPD-Spitze anberaumt worden, in der die Personalie thematisiert werden sollte.
Selbst Spitzengenossen aus dem Präsidium und Fraktionschef Peter Struck wurden demnach erst in letzter Minute vor der Vorstandssitzung informiert - Struck hatte noch am Donnerstag gesagt: "Ich bin sicher, dass am Sonntag nichts geschieht." Dies bezog sich auf die SPD-Klausur.
Die Debatte um den Kanzlerkandidaten hatte die SPD seit Monaten umgetrieben. Über den richtigen Zeitpunkt der Kandidatur-Verkündung habe Steinmeier seit langem mit seinem engsten Umfeld beraten. Lange galt als Maxime, dass es nicht so aussehen dürfe, als reagiere die SPD auf Druck von außen. Der Außenminister glaubte demnach, ein kurzer Abstand zwischen der Nominierung des Kandidaten und der Wahl am 27. September 2009 lasse seine Chancen steigen, weil die Union länger im Ungewissen bleibe. Doch tatsächlich wurde der Druck auf die SPD, sich zu entscheiden, immer größer. Der Außenminister erklärt sein Umdenken nach "Spiegel"-Informationen damit, dass der Erosionsprozess in der SPD von Tag zu Tag bedenklicher geworden sei.
© 2008 AFP
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