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Kinofilm "Ekkelins Knecht" als DVD bundesweit erhältlich
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"Es verbietet sich, von Angemessenheit zu sprechen"
Historiker Constantin Goschler: Deutscher Versuch der Wiedergutmachung ist "außergewöhnlich"
Der Zeithistoriker Constantin Goschler hat die deutschen Bemühungen um Entschädigung für die Verbrechen der Nazis erforscht. Nach seinen Angaben zahlte die Bundesrepublik von 1949 bis Ende 2007 rund 65 Milliarden Euro an NS-Verfolgte, davon schätzungsweise 80 Prozent an verfolgte Juden. Bild: dpa
Der Zeithistoriker Constantin Goschler von der Universität Bochum hat die Bemühungen Deutschlands um eine Entschädigung von Nazi-Opfern erforscht. Im Interview "spricht der Wissenschaftler von einem außergewöhnlichen Vorgang, der allerdings durch Druck von außen und innen erst angeregt und gefördert wurde.
Was hat Deutschland bisher an Entschädigungen und Hilfen für die Überlebenden geleistet?
Von 1949 bis Ende 2007 leistete die Bundesrepublik im Rahmen der sogenannten Wiedergutmachung insgesamt rund 65 Milliarden Euro an NS- Verfolgte. Der Aussagewert dieser Summe ist aber aus vielerlei Gründen beschränkt: So umfasst diese Zahl nicht sämtliche materiellen Leistungen, wozu unter anderem Zahlungen seitens der deutschen Industrie gehören.
Es ist auch nicht möglich, den Anteil jüdischer Verfolgter an diesen Leistungen genau zu bestimmen. Schätzungsweise gingen etwa 80 Prozent der Entschädigungsleistungen an jüdische Verfolgte. Zudem gibt es einige Leistungen, die sich speziell an jüdische Verfolgte richteten. Dazu gehörte insbesondere das Abkommen mit Israel und der Jewish Claims Conference 1952, durch das sich die Bundesrepublik zur Leistung von 3,5 Milliarden Mark verpflichtete.
Von (dpa) |
07.11.2008
| Netzcode: 1597276
Berlin
"Es verbietet sich, von Angemessenheit zu sprechen"
Historiker Constantin Goschler: Deutscher Versuch der Wiedergutmachung ist "außergewöhnlich"
Gingen die Entschädigungen auf Eigeninitiativen der Bundesregierung zurück oder bedurfte es Drucks von außen?
In der frühen Bundesrepublik spielten alliierte Initiativen eine wichtige Rolle für die Entschädigungsleistungen. Ohne diese wären die deutschen Bemühungen gewiss erheblich bescheidener ausgefallen. Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb internationaler Druck bedeutsam, so zuletzt auch beim Zustandekommen der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft".
Man sollte aber auch die Bedeutung einzelner Personen und Gruppen aus der deutschen Gesellschaft würdigen, die sich jahrzehntelang beharrlich für eine Entschädigung von jüdischen und anderen NS-Verfolgten eingesetzt haben.
Waren die Leistungen angemessen? Was ist bei den Opfern konkret angekommen?
Das maßstablose Ausmaß des Leides und der Schäden, welches den Juden durch die NS-Verfolgung zugefügt wurde, verbietet es grundsätzlich, von Angemessenheit zu sprechen. Man kann aber doch anerkennen, dass der Versuch, überhaupt ein staatliches Verbrechen von solch ungeheurem Ausmaß - die Vernichtung der europäischen Juden - entschädigen zu wollen, einen außergewöhnlichen Vorgang darstellt. Lange Zeit konzentrierten sich die Entschädigungsbemühungen allerdings vor allem auf die ehemaligen deutschen Juden.
Der Großteil der verfolgten Juden kam deshalb, wenn überhaupt, erst in den letzten Jahren in den Genuss irgendwelcher Entschädigungsleistungen. Als Beispiel: Für einen Monat KZ-Haft gab es einmalig 150 Mark Entschädigung. Immerhin erhalten aber viele der heute noch Lebenden inzwischen für ihre Gesundheitsschäden auch Renten, wenngleich in bescheidener Höhe.
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